Der KGM Torres Hybrid will vieles anders machen als die etablierten SUV. Statt beliebigem Design setzt er auf klare Kanten, kombiniert das mit einem effizienten Hybridantrieb und einem überraschend attraktiven Preis. Besonders spannend: Mit dem aktuellen Sondermodell wird der Einstieg deutlich günstiger.
KGM Torres
- Mittelklasse-SUV
- Hybrid mit 204 PS Systemleistung, alternativ Benziner mit Allrad-Option
- Garantie: 5 Jahre bis 100.000 km
Mit rund 4,71 Metern Länge positioniert sich der Torres im Segment der Mittelklasse-SUV. Zu den wichtigsten Wettbewerbern zählen Modelle wie Hyundai Tucson, Kia Sportage, Toyota RAV4 oder auch der Dacia Bigster.

Neben dem Hybrid gibt es den Torres auch als klassischen Benziner. Der ist wahlweise mit Schaltgetriebe oder Automatik erhältlich und kann auch mit Allradantrieb kombiniert werden. Der Hybrid hingegen ist immer an ein Automatikgetriebe gekoppelt und ausschließlich mit Frontantrieb erhältlich.

Video: KGM Torres Hybrid – Kurzvorstellung
Was ist KGM?
Hinter KGM steckt der frühere Hersteller SsangYong. Die koreanische Marke wurde neu aufgestellt und tritt inzwischen auch in Deutschland mit einer breiten Modellpalette an. Im Angebot sind mehrere SUV-Modelle wie Tivoli, Korando, Actyon, Rexton sowie der Pick-up Musso. Beim Antrieb reicht das Portfolio vom klassischen Benziner bis hin zum Hybrid.

Maße und Gewichte
| Maße und Gewichte | KGM Torres Hybrid |
|---|---|
| Abmessungen | |
| Länge | 4,71 m |
| Breite, ohne/mit Außenspiegel | 1,89 m/2,12 m |
| Höhe | 1,72 m |
| Wendekreis | 10,84 m |
| Gepäckraum | 703–1.662 l |
| Gewichte | |
| Leergewicht | 1.670 kg |
| Zuladung | 580 kg |
| zul. Gesamtgewicht | 2.250 kg |
| Anhängelast, gebremst/ungebremst | 1.300 kg/500 kg |
| Stützlast | 60 kg |
| Dachlast | 100 kg |


Außendesign im markanten Offroad-Look
- 18 Zoll Leichtmetallräder
- LED-Scheinwerfer
- robuste Frontgestaltung
Der Torres fällt auf. Das Design orientiert sich klar an klassischen Offroadern, ohne tatsächlich einer zu sein. Die Front selbstbewusst und markant, dazu kommen Details wie Haltegriffe auf der Motorhaube und ein robust gestalteter Stoßfänger mit angedeutetem Unterfahrschutz im Offroad-Look.

Auch die seitliche Linie mit sehr breiter C-Säule und die kantige Formgebung unterstreichen diesen Anspruch. Optisch wirkt der Torres deutlich geländetauglicher, als er es technisch ist. Denn beim Hybrid bleibt es beim Frontantrieb. Das Einsatzgebiet ist klar das urbane Umfeld.



Innenraum
Der Innenraum zeigt sich deutlich moderner als das robuste Exterieur vermuten lässt und wirkt insgesamt hochwertig. Das Raumgefühl ist großzügig, was auch an den großen Fensterflächen und der hohen Karosserie liegt. Gerade nach vorne sorgt die schmale A-Säule in Kombination mit den großen aber gut platzierten Spiegeln für eine sehr gute Übersicht.

Die Materialanmutung ist für die Preisklasse überdurchschnittlich. Die Verarbeitung gibt keinen Anlass zur Kritik, nichts knarzt oder wirkt unsauber. Nicht ganz optimal sind die Hochglanzoberflächen – auch wenn es nicht viele sind. Sie finden sich unter anderem in den Türen und in der Mittelkonsole. Sie sehen im Neuzustand gut aus, sind aber anfällig für Kratzer und Gebrauchsspuren.


Cockpit und Bedienung
- Digitales Cockpit mit zwei 12,3-Zoll-Displays
- 2-Zonen Klimaautomatik
- Android Auto und Apple CarPlay (kabelgebunden)
Das Cockpit setzt auf ein modernes Layout mit zwei optisch zusammenhängenden 12,3-Zoll-Displays. Das digitale Kombiinstrument liefert viele Informationen und wirkt optisch ansprechend, aber teilweise etwas überladen. Bei direkter Sonneneinstrahlung spiegelt das Display. Inhalte bleiben zwar erkennbar, die Ablesbarkeit ist jedoch eingeschränkt.
Positiv fallen die Lenkradtasten auf. Sie sind zahlreich, aber sinnvoll angeordnet und nach kurzer Eingewöhnung gut nutzbar. Auch die Möglichkeit, die Rekuperation über Schaltwippen zu steuern, passt gut zum Hybridkonzept.

12,3 Zoll Zentraldisplay mit integriertem Navigationssystem und Smartphone-Integration
Der zentrale Touchscreen ist fahrerorientiert angeordnet, was grundsätzlich gut gelöst ist. Die Bedienung erfolgt nahezu ausschließlich über Touch. Klassische Tasten, etwa für die Klimasteuerung, fehlen leider komplett. Das macht die Handhabung im Alltag unnötig umständlich. Auch bei der Smartphone-Integration gibt es Einschränkungen. Android Auto und Apple CarPlay funktionieren nur kabelgebunden. Das ist grundsätzlich kein großes Problem, kann aber – vor allem auf kurzen Strecken – nervig sein.

Sitze
Die Sitze sind manuell einstellbar und bieten einen großen Verstellbereich. Eine passende Sitzposition ist schnell gefunden. Sitzkomfort und Seitenhalt sind gut. Die dreistufige Sitzheizung wird über das zentrale Display gesteuert.


Auch im Fond bietet der Torres viel Platz. Passagiere profitieren von eigenen Lüftungsdüsen und USB-C-Anschlüssen für mobile Geräte. Praktisch sind auch die zahlreichen Ablagen. Kindersitze lassen sich über Isofix-Haltepunkte einfach und sicher befestigen.


Kofferraum
- Gepäckraumvolumen 703 bis 1.662 Liter
- Rückbank mit Teilungsverhältnis 40:60
Der markante Griff an der Heckklappe suggeriert zunächst eine seitlich öffnende Tür wie beim klassischen Geländewagen. Tatsächlich öffnet die Klappe jedoch ganz konventionell nach oben – das wirkt im ersten Moment ungewohnt. In den höheren Ausstattungslinien erfolgt das sogar elektrisch. Mit einem Ladevolumen ab 703 Litern bietet der Torres überdurchschnittlich viel Platz für diese Fahrzeugklasse. Praktisch im Alltag sind zudem die zusätzlichen Ablagen hinter den Radkästen sowie unter dem Gepäckraumboden, wo auch das Ladekabel untergebracht werden kann.

Technik und Fahreindruck
Beim KGM Torres handelt es sich um ein Vollhybridsystem mit 204 PS Systemleistung. Ein 1,5-Liter-Turbobenziner wird von einem Elektromotor unterstützt. Das Anfahren geht rein elektrisch und auch kurze Strecken lassen sich elektrisch zurücklegen.
Beim Verbrauch überzeugt der Torres auf der kurzen Testrunde. Mit deutlich unter 6 Litern bei der Testfahrt bei normaler Fahrweise und milden Wetterbedingungen, unterbot er sogar unter dem offiziellen WLTP-Wert.

Der Torres Hybrid ist klar auf Komfort ausgelegt. Das zeigt sich auch bei der Lenkung, die viele Rückmeldungen herausfiltert und wenig Feedback gibt. Das passt zum entspannten Charakter des Fahrzeugs, wirkt aber wenig dynamisch. Das Fahrwerk ist ebenfalls weich abgestimmt. Kurze Unebenheiten werden sauber weggefiltert. Insgesamt ergibt sich ein angenehmer Federungskomfort.
Auch beim Geräuschniveau macht der Torres einen guten Eindruck. Der Innenraum bleibt angenehm ruhig, störende Geräusche treten kaum auf. Sehr positiv fallen die Fahrerassistenzsysteme auf, die unauffällig und feinfühlig arbeiten.

Technische Daten
| Technische Daten | KGM Torres 1.5 GDI-T Hybrid |
|---|---|
| Antriebsart | Frontantrieb (FWD) |
| Motorisierung | Hybrid (HEV) |
| Systemleistung | 150 kW (204 PS) |
| Verbrennungsmotor | |
| Motorart | Vierzylinder-Turbomotor |
| Hubraum | 1.498 cm³ |
| Leistung Verbrennungsmotor | 110 kW (150 PS) |
| Drehmoment | 220 Nm bei 2.400 min-1 |
| Elektromotor | |
| Leistung Elektromotor | 130 kW (177 PS) |
| Batterie | |
| Batteriekapazität, netto | 1,8 kWh |
| Getriebe | |
| Getriebeart | 6-Gang Automatikgetriebe |
| Fahrleistungen | |
| Beschleunigung, 0–100 km/h | n.b. |
| Höchstgeschwindigkeit | 180 km/h |
| Verbrauch, kombiniert (WLTP) | 6,1 l/100 km |

Preise und Ausstattung
Der KGM Torres Hybrid ist ausschließlich mit Automatikgetriebe und Frontantrieb erhältlich. Regulär starten die Preise bei 39.390 Euro.
Auch im Vergleich zum Benziner relativiert sich der Aufpreis des Hybrids. Berücksichtigt man eine vergleichbare Ausstattung sowie das optionale Automatikgetriebe, beträgt der Unterschied nur rund 1.800 Euro.
Bereits die Basisversion ist ordentlich ausgestattet. Höhere Ausstattungslinien bringen zusätzliche Komfortfeatures wie belüftete Sitze, eine elektrische Heckklappe oder erweiterte Assistenzsysteme mit. Neben der Standardfarbe Weiß stehen fünf Metallic-Lackierungen zur Wahl (+700 Euro).
5 Jahre Garantie bis 100.000 km
Ein weiterer Pluspunkt ist die Garantie. KGM bietet fünf Jahre Herstellergarantie bis 100.000 Kilometer sowie eine verlängerte Absicherung auf die Hybridkomponenten.
Kaufempfehlung: Sondermodell „Nomand“ ab 32.990 Euro ist die beste Wahl
Das aktuell angebotene Sondermodell „Nomand“ ist die mit Abstand attraktivste Wahl im Portfolio. Mit einem Einstiegspreis von 32.990 Euro liegt es rund 6.400 Euro unter dem regulären Hybrid und bietet dennoch nahezu die gleiche Ausstattung. Die Abstriche sind minimal: Statt Stoff gibt es Kunstlederpolster, verzichten muss man lediglich auf die induktive Smartphone-Ladeschale. Unterm Strich bekommt man hier sehr viel Auto fürs Geld. Wer sich für den Torres Hybrid interessiert, sollte ganz klar zum Sondermodell greifen.

Ausstattungslinien
| KGM Torres Hybrid | Ausstattungs-Highlights |
|---|---|
| Nomand (Sondermodell) ab 32.990 Euro | 18 Zoll Leichtmetallräder, LED-Scheinwerfer, Dachreling, Parksensoren vorne und hinten, abgedunkelte hintere Scheiben, schlüsselloses Zugangssystem, Rückfahrkamera, Lichtsensor, Regensensor, elektrisch einstell-, anklapp- und beheizbare Außenspiegel, Innenspiegel automatisch abblendend, 2-Zonen Klimaautomatik, Kunstleder-Polster, Sitzheizung vorne, Lenkradheizung, Infotainmentsystem mit integriertem Navigationssystem, Android Auto und Apple CarPlay, adaptive Geschwindigkeitsregelanlage |
| Bliss ab 39.390 Euro | zusätzlich/abweichend: Stoff-Polster, induktive Smartphone-Ladeschale |
| Forest ab 41.890 Euro | zusätzlich/abweichend: LED-Nebelscheinwerfer, elektrische Heckklappe, Stoff-Kunstleder-Polster, elektrisch verstellbarer Fahrersitz, belüftete Vordersitze, beheizbare Sitze hinten, Ambientebeleuchtung, Knieairbag Optional: 20 Zoll Leichtmetallräder (+600 Euro) |
| Lux ab 45.890 Euro | zusätzlich/abweichend: 20 Zoll Leichtmetallräder, Lederausstattung, Ausstiegswarner, Querverkehrsassistent mit Notbremsfunktion Optional: Panorama-Glasschiebedach mit 360-Grad-Kamerasystem mit 3D-Ansicht (+2.100 Euro |

Stärken und Schwächen
Vorteile
- Eigenständiges Design
- Großzügiges Platzangebot vorne und hinten
- Überdurchschnittlich großer Kofferraum
- Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
- Hoher Fahrkomfort
Nachteile
- Schwächen beim Infotainment
- Starke Touch-Abhängigkeit in der Bedienung
- Kein Allrad: Hybridantrieb nur in Verbindung mit Frontantrieb

Fazit
Der KGM Torres Hybrid bringt frischen Wind in ein stark umkämpftes Segment. Das eigenständige Design hebt ihn klar von der Masse ab, auch wenn der Offroad-Look mehr verspricht, als die Technik halten kann. Seine Stärken zeigt er vor allem auf kurzen Strecken, wo der Hybridantrieb seine Vorteile ausspielt und für ein ruhiges, effizientes Fahrerlebnis sorgt. Gleichzeitig bietet er genügend Komfort, Platz und Reichweite, um auch auf längeren Strecken zu überzeugen – ein vielseitiges SUV mit klarer Familienorientierung.
Besonders stark ist das Preis-Leistungs-Verhältnis. Mit dem aktuellen Sondermodell wird der Einstieg deutlich günstiger, ohne dass man auf wesentliche Ausstattung verzichten muss. Auch die lange Garantie spricht für das Gesamtpaket.
Schwächen zeigt der Torres beim Infotainment und der stark touchlastigen Bedienung. Das fällt im täglichen Umgang auf, ist aber kein K.o.-Kriterium.
Unterm Strich ist der Torres Hybrid kein Blender, sondern ein ehrliches Angebot. Wer ein komfortables, geräumiges SUV mit effizientem Hybridantrieb und attraktivem Preis sucht, sollte ihn definitiv in die engere Wahl nehmen.


