Mercedes Driving Events
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Mercedes-Benz Driving Events: Mit Fahrspaß zu mehr Sicherheit

Ich habe die Driving-Events von Mercedes-Benz ausprobiert. Taugen diese zur Weiterentwicklung des Fahrkönnens und erlebt man hierbei auch richtigen Fahrspaß? Alles zum Trainingsprogramm für junge Autofahrer.

Hat man den Führerschein in der Tasche, kann man hierzulande bereits mit Abschluss des 17. Lebensjahres in Begleitung der Eltern hinters Steuer. Ist ein Jahr später die Party des 18. Geburtstags erfolgreich absolviert, kann es auf den eigenen vier Rädern und auf eigene Faust losgehen. Da ich pro Jahr sehr viele Kilometer abspule, habe ich mich damals als Fahranfänger dazu entschlossen ein Fahrsicherheitstraining bei den Mercedes-Benz Driving Events zu absolvieren. Das Fahr-Event „Basic Training – Young Drivers” ist speziell für Fahranfänger und junge Fahrer zwischen 18 und 25 Jahren konzipiert. Das Fahrtraining vermittelt das richtige Verhalten in alltäglichen Gefahrensituationen.

Nun zu den Hard Facts!

  • Dauer: 8:30 Uhr – 17:00 Uhr (1 Tag)
  • Ort: Prüfzentrum Boxberg-Windischbuch (an weiteren Orten in Deutschland möglich)
  • Fahrzeuge: gesamte Mercedes-Benz Produktpalette
  • Übungen: Bremsen mit/ohne ESP, Bremsen einseitig nass/trocken, Fahrzeug abfangen, ABS-Haken, Spurwechsel, Kurvenbremsen, Ausweichmanöver, Über-/Untersteuern, Kreisbahn
  • Kosten: 335 Euro inkl. Mahlzeiten und Getränke (Stand 03/2020)

Ablauf des Events

Um 8:30 Uhr begrüßten uns die Instruktoren pünktlich im Prüfzentrum und erklärten uns den Ablauf des Tages. Nach einer kurzen Stärkung ging es direkt auf den Hof. Hier waren die Fahrzeuge bereits in Reih und Glied geparkt, getankt und bereit für den Tag. Die Instruktoren erläuterten uns direkt am Fahrzeug die richtige Sitzposition und die Bedienung eines Mercedes-Fahrzeugs. Alles wirkte sehr gut organisiert und Fragen wurden stets freundlich und ausführlich beantwortet.

Im ersten Teil des Trainings wurde uns in einer Übung die Funktion des ESP verdeutlicht. Auf einer nur einseitig benässten Strecke führten wir Bremsmanöver durch. Zunächst ohne ESP. Was beim ersten Fahrer noch lustig aussah, da sein Fahrzeug im Kreis schleuderte, wurde zur ernsthaften Herausforderung für alle Teilnehmer. Per Walkie-Talkie waren alle Fahrzeuge miteinander verbunden. Die Instruktoren gaben uns stets die richtige Technik mit auf den Weg und kommentierten die Ausführung mit Tipps und Tricks zur Verbesserung bei jedem Fahrer. Als wir das ESP wieder eingeschaltet hatten, wurde deutlich, welch ausgefeilte Technik es uns im Alltag erlaubt unser Fahrzeug selbst bei schwierigsten Fahrsituationen und Witterungsbedingungen auf der Fahrbahn zu halten. Kein Wunder, dass wir bei älteren Fahrzeugen oft hinterherschleichen müssen. Nach jeder Runde wurden die Fahrzeuge getauscht, womit man das Fahrverhalten der unterschiedlichen Fahrzeugklassen vergleichen konnte.

Ein Klassiker bei der nächsten Übung: Fliegende Pylone

Ihr wisst schon – Slalom fahren. Wer dabei einen Blick auf die Pylone wagt, wird mit einem Fahrfehler und einem herumfliegenden Pylon bestraft. Diese Übung schult sehr gut unseren Blick. Heißt: Immer dorthin schauen wo das Fahrzeug hin soll, nicht dorthin wo man nicht hin will. Die Geschichte mit dem einsamen Baum neben einer kerzengeraden Straße muss ich hier nicht mehr zu Ende erzählen – Ausgang bekannt.

Ausweichen bei hoher Geschwindigkeit

Die Klimaanlagen der Fahrzeuge liefen mittlerweile auf Hochtouren als wir uns in der brütenden Hitze des Juninachmittags (knapp 40°C) verschiedene Ausweichmanöver vorgenommen hatten. Hier wartete auf die Pylonen eine noch größere Gefahr. Bei einer Anfahrtsgeschwindigkeit von etwa 80-100 km/h lernten zahlreiche Pylonen bei missglückten Ausweichmanövern den Unterboden eines Mercedes kennen. Gerade an einem unerwarteten Stauende kann ein sauber eingeleitetes und durchgeführtes Ausweichmanöver einen Unfall verhindern. Der Lerneffekt bei allen Übungen war auch deshalb sehr hoch, weil die Instruktoren sehr genau auf die individuellen Fehler der einzelnen Fahrer eingingen. Somit konnte ich mich durch deren Tipps in jedem Durchgang steigern.

Fährst du quer – siehst du mehr

Der letzte Teil des Trainings fand auf der großen Freifläche statt – Stichwort Fahrspaß: Mit den heckangetriebenen AMGs wurde hier der möglichst vollständige Drift durch die Kurve geübt. Frei nach dem Motto „fährst du quer – siehst du mehr“ merkte man bereits nach kurzer Zeit, dass die richtige Technik auch hier ausschlaggebend für eine korrekte Ausführung ist. Anschließend ging es auf die große Kreisbahn. Auf der dreispurigen, autobahnähnlichen Strecke fuhren wir mit hoher Geschwindigkeit durch die geneigten Kurvenbereiche und durften auf den langen Geraden die Kraft der AMG-Fahrzeuge voll entfalten. Nicht nur wir waren nach jeder Übung durstig und griffen nach gekühlten Getränken. Auch die Achtzylinder von AMG zeigten eindrucksvoll, wie man innerhalb kürzester Zeit einen Tank leeren kann.

Kosten

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Ja, 335 Euro kann für junge Fahrer, oft Schüler oder Studenten, sehr viel Geld sein. Auch ich habe mir damals diese Frage gestellt. Generell sollte man bedenken, dass in vielen Situationen das richtige Verhalten am Steuer über Unfälle, Verletzungen oder sogar über Leben und Tod mitentscheidet. Unter diesen Umständen betrachtet, sind es die 335 Euro allemal wert.

Als gebürtiger Schwabe habe ich mir natürlich auch sofort gegengerechnet, ob es sich bereits durch die drei Mahlzeiten (Frühstück, Buffet zum Mittag, Kaffee & Kuchen), die Getränke und den verfahrenen Kraftstoff gelohnt hat. Zusätzlich muss man natürlich auch den Lerneffekt und den Spaßfaktor mit einberechnen. Für mich war es unter dem Strich ein sehr guter Deal!

Weitere Infos und Termine

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Fazit

Kombiniert mit praktischer Fahrroutine tragen diese Trainings ganz bestimmt zu höherer Sicherheit im Straßenverkehr bei. Eine 100-prozentige Sicherheit gibt es allerdings nicht, solange ein Mensch das Fahrzeug steuert. Wir können uns nur bestmöglich auf alle Eventualitäten vorbereiten. Jeder Fahranfänger sollte meiner Meinung nach ein solches Training absolvieren. Es gibt auch günstigere Angebote, bei denen das eigene Fahrzeug genutzt und damit besser kennengelernt wird. So bietet beispielsweise der ADAC solche Trainings schon ab 109 Euro an.

Speziell für Fahrer von Mercedes-Benz Fahrzeugen ist das Basic-Training ideal. Auch als Basis für weitere Advanced-Trainings bei den Mercedes-Benz Driving Events ist es bestens geeignet. Außerdem macht es riesigen Spaß, diese Fahrzeuge auf einem abgesperrten Gelände zu bewegen. Meine Empfehlung steht jedenfalls: Do it!

Mit den gelernten Methoden trat ich nach der Verabschiedung den Heimweg an. Nach wenigen Metern merkte ich bereits, dass sich mein Blick auf die Straße und meine Umsicht geändert hatten. Das Training hatte die Inhalte erfolgreich vermittelt.

In diesem Sinne: Allzeit gute und sichere Fahrt!

Video-Empfehlung

Die Mercedes-Benz Driving Events werden auch im Winter angeboten. Lars Hönkhaus von die-autotester.com war in Saalfelden und hat ein Drift-Training besucht.

Sports Drift Training: Mercedes-Benz Driving Event in Saalfelden

Mercedes-Benz Driving Events 2020

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