MGS9 PHEV
- 7-sitziges Familien-SUV der oberen Mittelklasse (D-Segment)
- Plug-in-Hybrid (PHEV) mit 220 kW (299 PS)
- 100 km elektrische Reichweite
- Preis ab 44.990 Euro
Mit dem neuen MG Motor Deutschland MGS9 PHEV erweitert MG sein Portfolio um ein großes SUV mit serienmäßig sieben Sitzplätzen. In Deutschland wird das Modell ausschließlich als frontgetriebener Plug-in-Hybrid (PHEV) angeboten. Der Antrieb kombiniert einen 1,5-Liter-Turbobenziner mit einem Elektromotor und kommt auf eine Systemleistung von 299 PS.

Im Segment großer SUV mit sieben Sitzen ist die Auswahl insgesamt überschaubar, erst recht bei Plug-in-Hybriden in dieser Preisklasse. Genau hier positioniert sich der MGS9 PHEV als preislich attraktive Alternative zu deutlich teureren Wettbewerbern. Angeboten wird das Modell in den zwei Ausstattungslinien Comfort und Premium. Die Preise starten bei rund 45.000 Euro und reichen bis knapp unter 50.000 Euro.
Wettbewerber
- Kia Sorento Plug-in Hybrid
- Mazda CX-80 e-Skyactiv PHEV
- Peugeot 5008 Plug-in Hybrid
- Volkswagen Tayron eHybrid
- Volvo XC90 Recharge
Video: Kurzvorstellung zum MGS9 PHEV
Außendesign
Der erste Eindruck ist eindeutig: Der MGS9 PHEV macht einen selbstbewussten, stattlichen Auftritt. Die Front mit markanter Lichtsignatur fällt vor allem durch die schnittig geschnittenen, sehr schmalen und vertikal verlaufenden Voll-LED-Scheinwerfer auf. Der Kühlergrill ist farblich abgesetzt. Mit einer Länge von fast fünf Metern ist der MGS9 PHEV ein echtes XXL-SUV – und sieht das auch so aus.
Die 20-Zoll-Leichtmetallräder im Bicolor-Design sehen wirklich edel aus und passen gut zum Gesamtbild. Die Türgriffe sind bündig in die Karosserie eingelassen, fahren elektrisch aus und lassen sich aber gut bedienen. Die D-Säule ist in glänzendem Chrom mit Strukturmuster gehalten – das ist sicher Geschmackssache und trifft vielleicht eher den chinesischen Marktgeschmack. Auf dem europäischen Markt wirkt es etwas speziell.

Das Heck wird von einem geschwungenen, durchgehenden Leuchtenband abgeschlossen, das sich über die gesamte Fahrzeugbreite zieht – hübsch und zeitgemäß. Hübsch sind auch die seitlichen Auspuffblenden, die jedoch rein dekorativer Natur sind und keine Funktion haben.

Maße und Gewichte
| Maße und Gewichte | MGS9 PHEV |
|---|---|
| Abmessungen | |
| Länge | 4,99 m |
| Breite ohne/mit Außenspiegel | 1,97m/2,24 m |
| Höhe | 1,78 m |
| Radstand | 2,92 m |
| Wendekreis | 11,5 m |
| Stauraum | |
| Kofferraum mit 3 Reihen 3. Reihe umgeklappt 2. und 3. Reihe umgeklappt | 332 l 2.093 l 2.093 l |
| Gewichte | |
| Leergewicht | 2.235kg |
| Zuladung | 557 kg |
| Zulässiges Gesamtgewicht | 2.717 kg |
| Anhängelast (gebremst/ungebremst) | 2.000 kg/750 kg |
| Stützlast | 100 kg |
| Dachlast | 75 kg |


Innenraum
Betritt man den MGS9 PHEV, empfängt einen zunächst ein Gefühl von Weite. Das riesige Panorama-Glasschiebedach mit elektrischem Rollo lässt viel Licht herein und verstärkt das großzügige Raumgefühl enorm. Große Fensterflächen tun ihr Übriges. Die Materialanmutung ist grundsätzlich gut – der Testwagen in der Premium-Ausstattung trägt schwarzes Kunstleder, und die Verarbeitung macht insgesamt einen ordentlichen Eindruck. Stellenweise wirken einzelne Materialien aber etwas einfach, was angesichts des Preises vertretbar ist, aber in direktem Vergleich mit europäischen Premiumanbietern auffällt. Die Ablagen im Fahrzeug sind gut durchdacht. Vorne gibt es ausreichend Staufläche, und im gesamten Fahrzeug sind USB-Anschlüsse verteilt.

Fahrerorientiertes Cockpit
- Fahrerorientiertes Cockpit mit 2x 12,3 Zoll Displays
- Lenkrad: beheizbar, frei belegbare Funktionstasten
Im MGS9 PHEV gibt es ein fahrerorientiertes Cockpit, das sich aus zwei 12,3-Zoll-Displays zusammensetzt.
Das Fahrerdisplay zeigt wichtige Infos auf einem Blick dar. Die Darstellung ist teilweise etwas klein. Auch lässt sich die Navigationskarte übersichtlich im Sichtfeld anzeigen. Das Lenkrad ist mit Kunstleder bezogen und bietet eine angenehme Haptik. Sehr angenehm ist die perforierte Grifffläche. Die Bedienelemente am Lenkrad sind sinnvoll platziert und lassen sich leicht bedienen. Auf der linken und rechten Seite lassen sich zwei frei programmierbare Tasten individuell mit Funktionen belegen. Unter dem Touchscreen gibt es zudem eine Reihe physischer Schnellzugriff-Tasten für Klimaeinstellungen.

Infotainmentsystem
- 12,3 Zoll Touchscreen
- Integriertes Navigationssystem
- Apple CarPlay und Android Auto, kabellos
Das Infotainmentsystem bietet eine grundsätzlich gelungene Menüstruktur und Bedienlogik. Die Klimaeinstellungen sind allerdings etwas verschachtelt, bis man sie im Menü gefunden hat. Vereinzelt finden sich nicht ganz optimal übersetzte Menüpunkte. Etwas störend war die vereinzelt etwas träge Reaktionszeit des Touchscreens.

Android Auto und Apple CarPlay, kabellos
Kabellose Smartphone-Integration via Apple CarPlay und Android Auto ist an Bord, ebenso gibt es eine Ladeschale zum kabelloses Laden für das Smartphone. Das Bose-Soundsystem mit 12 Lautsprechern bietet einen brauchbaren Klang. Gemessen am Markennamen Bose hätte ich etwas mehr erwartet. Es klingt solide, aber nicht überwältigend. Wer viel Wert auf audiophile Qualität legt, könnte enttäuscht werden.


Sitze vorne
- Fahrersitz mit 8-facher elektrischer Sitzverstellung, Memory und Easy-Access-Funktion
- Kunstleder-Polster
- Sitzheizung und Sitzbelüftung, 3-stufig
- Massagefunktion
Vorne sitzt es sich bequem. Der Fahrersitz ist 8-fach elektrisch verstellbar und verfügt über eine Memory-Funktion. Dazu kommt eine 4-fach elektrisch verstellbare Lordosenstütze – ebenfalls nur in der Premium-Ausstattung. Die Kombination aus Sitzheizung, Sitzbelüftung und Massagefunktion mit verschiedenen Programmen ist absolut klasse und in dieser Preisklasse keine Selbstverständlichkeit. Seitenhalt und Polsterung passen gut, und die Sitze bieten auch auf längeren Strecken guten Komfort.

Sitze hinten
Im Fond muss man auf einige Luxusfunktionen verzichten. Es gibt nur eine Klimazone in Reihe 2. Eine Sitzheizung fehlt hinten. Dafür gibt es üppige Platzverhältnisse. Sehr gut ist auch die Schiebefunktion der Sitzfläche in der zweiten Sitzreihe, die vor allem dann Sinn ergibt, wenn die dritte Sitzreihe genutzt wird.


Dritte Sitzreihe
In die dritte Sitzreihe gelangt man über die hintere Tür der Beifahrerseite. Dazu klappt man einen Sitzteil der zweiten Reihe leicht um, was unkompliziert funktioniert. MG spricht von sieben vollwertigen Sitzen, das stimmt aber nur bedingt: Als Person mit 1,75 m Körpergröße sitze ich in der dritten Reihe mit angewinkelten Beinen, weil die Sitzfläche sehr weit unten liegt. Für kurze Strecken ist das absolut in Ordnung. Kinder sitzen hier aber besser. Insgesamt sind die zwei Extra-Sitze sehr praktisch. Schön ist auch, dass es auch in der dritten Sitzreihe Luftdüsen, Ablagemöglichkeiten und einen USB-Anschluss gibt.

Kofferraum
- Gepäckraumvolumen: 332 Liter mit 3 Sitzreihen, 1.026 Liter mit 2 Sitzreihen, 2.093 Liter mit umgeklappter 2. und 3. Sitzreihe
- Elektrische Heckklappe mit Fußsensor
- Rücksitzlehne mit Teilungsverhältnis 60:40 in der 2. Sitzreihe, 50:50 in der 3. Sitzreihe

Beim Platz für Gepäck zeigt sich der MGS9 PHEV großzügig und sehr variabel. Werden alle sieben Sitze genutzt, stehen 332 Liter zur Verfügung – ausreichend für Einkäufe und kleines Gepäck.
Klappt man die dritte Sitzreihe um, wächst das Volumen auf 1.026 Liter. Und wenn auch die zweite Sitzreihe (60:40 umklappbar) flachgelegt wird, sind es sogar 2.093 Liter. Da können selbst Oberklasse-Kombis kaum mithalten.

Technische Daten
| Technische Daten | MGS9 PHEV |
|---|---|
| Antrieb | |
| Antriebsart | Frontantrieb (FWD) |
| Motorisierung | Plug-in-Hybrid (PHEV) |
| Motor | |
| Verbrennungsmotor | 1,5-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner 105 kW/142 PS 311 Nm (bei 4.000 min-1) |
| Elektromotor | Synchronmotor 170 kW/231 PS |
| Leistung (System) | 220 kW/299 PS |
| Drehmoment (System) | 390 Nm |
| Getriebe | |
| Getriebe | 1-Gang-Automatikgetriebe |
| Batterie (nur bei BEV / PHEV) | |
| Speichertechnik | LFP (Lithium-Eisenphosphat) |
| Batteriekapazität (brutto) | 24,7 kWh |
| Fahrleistungen | |
| Beschleunigung 0–100 km/h | 9,6 s |
| Höchstgeschwindigkeit | 200 km/h |
| Reichweite elektrisch | 100 km |
| Verbrauch und Reichweite (WLTP) | |
| Verbrauch kombiniert (WLTP) | 2,4 l/100 km 21,3 kWh/100 km |
| Verbrauch kombiniert bei entladener Batterie (WLTP) | 6,7 l/100km |
| CO₂-Emissionen kombiniert | 54 g/km |

Fahreindruck: So fährt sich der MGS9 PHEV
Ein fast fünf Meter langer SUV mit über zwei Tonnen Gewicht – auf den ersten Blick klingt das nach einer Herausforderung im Stadtverkehr. Bei der ersten Testfahrt erweist sich der MGS9 PHEV aber als überraschend übersichtlich: Die A-Säule und die Außenspiegel sind günstig geschnitten und verdecken kaum etwas. Die großen Fensterflächen helfen zusätzlich, und beim Einparken übernimmt das 360-Grad-Kamerasystem mit dynamischen Führungslinien, Distanzanzeige und Hinderniserkennung das Kommando. Die Auflösung ist hoch, die Draufsicht mit transparenter Fahrzeugdarstellung funktioniert gut.

Komfortables Fahrwerk und Antrieb
Das Fahrwerk ist sehr komfortorientiert abgestimmt und scheint auch gut für die Langstrecke zu taugen. Unebenheiten werden gut absorbiert, lange Strecken lassen sich entspannt abspulen. Auch die Lenkung ist komfortabel ausgelegt, eher leichtgängig als direkt.

Der Antrieb arbeitet im EV- und HEV-Modus leise und kultiviert. Der Hybridbetrieb fällt kaum auf – man merkt den Verbrennungsmotor erst, wenn man aktiv drauf achtet. Die Leistungsentfaltung ist angenehm und linear, aber ohne echten Punch – wer sportliche Beschleunigung erwartet, schaut in die Röhre. 9,6 Sekunden auf 100 km/h sind solide für ein Familien-SUV, aber kein Sportwert.

Die Rekuperation für den Elektroantrieb lässt sich in drei Stufen anpassen. Ein klarer Nachteil zeigt sich auf feuchter Fahrbahn: Durch den reinen Frontantrieb stößt die Traktion bei ambitionierter Kurvenfahrt an ihre Grenzen. Das ist in Anbetracht der Fahrzeugdimensionen und des Gewichts erwartbar, aber man sollte sich darüber im Klaren sein. Eine Variante mit Allradantrieb ist für den MGS9 PHEV nicht vorgesehen.

Ladezeiten
| Stecker, Ladetyp | Max. Ladeleistung | Lade-Zeit (h:mm) |
|---|---|---|
| Typ 2 Wechselstrom (AC) Wallbox, Ladesäule | 11 kW (3-phasig) | 3:00 10–100 % |

Preise und Ausstattung
Der MGS9 PHEV ist in zwei Varianten erhältlich. Oxford White ist die einzige serienmäßige Farbe – die vier anderen Farben (Black Pearl, Sterling Silver, Camden Grey, Gloucester Green) kosten jeweils 890 Euro Aufpreis.

Ausstattungsvarianten beim MGS9 PHEV
| MGS9 PHEV | Ausstattungs-Highlights |
|---|---|
| Comfort ab 44.990 Euro | 20 Zoll Leichtmetallräder, LED-Scheinwerfer, elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel, Parksensoren vorne und hinten, 360-Grad-Kamerasystem, Innenspiegel manuell abblendend, 3-Zonen Klimaautomatik, 7-Sitze, Kunstleder-Polster, elektrisch verstellbare Sitze vorne, Sitzheizung vorne, Infotainmentsystem mit integriertem Navigationssystem, Android Auto und Apple CarPlay kabellos, Ambientebeleuchtung, hintere Scheiben abgedunkelt, elektrische Heckklappe, Panorama-Glasschiebedach mit elektrischem Rollo, Vehicle-to-Load-Funktion (V2L) |
| Premium ab 48.790 Euro | zusätzlich/abweichend: Nebelscheinwerfer, elektrisch einstell-, klapp- und beheizbare Außenspiegel, Innenspiegel automatisch abblendend, Sitzbelüftung und –massage vorne, Smartphone-Ladeschale zum kabellosen Laden, elektrische Heckklappe mit Fußsensor |


Stärken und Schwächen beim MGS9 PHEV
Vorteile
- Starkes Preis-Leistungsverhältnis
- Üppige Serienausstattung
- Hohe elektrische Reichweite: 100 km (WLTP)
- Großzügige Platzverhältnisse
- Platz für bis zu 7 Personen
- Enormes Kofferraumvolumen (bis zu 2.093 Liter)
- Komfortabel abgestimmtes Fahrwerk
- Hohe Anhängelast: bis zu 2.000 kg
- 7 Jahre Garantie (bis 150.000 km)
Nachteile
- Kein DC-Schnellladen möglich – nur AC bis 11 kW
- Nur Frontantrieb: Traktion auf feuchter Straße bei Überlastung begrenzt
- Infotainment-Reaktionszeit unterdurchschnittlich
- Nur 2 Isofix-Halterungen bei einem 7-Sitzer
- Dritte Sitzreihe für Erwachsene nur für kurze Strecken komfortabel
- Einige Materialien wirken im Detail einfach
Fazit zum MGS9 PHEV
Was früher der Minivan war, könnte heute ein Fahrzeug wie der MGS9 PHEV sein: Ein echter Familien-SUV mit hoher Variabilität, großzügigen Platzverhältnissen und einem Antrieb, der im Alltag echten Mehrwert bietet. Die elektrische Reichweite von 100 Kilometern machen Fahrten zur Kita, zum Supermarkt oder zur Arbeit für die meisten Nutzerprofile möglich. Wer zuhause oder am Arbeitsplatz laden kann, bekommt ein bemerkenswert alltagstaugliches Fahrzeug.
Das Preis-Leistungsverhältnis ist stark. Für 44.990 Euro bekommt man als 7-Sitzer PHEV kaum mehr woanders. Die 7 Jahre Garantie machen das Angebot noch attraktiver.
Doch der MGS9 PHEV ist keine Universallösung für jeden. Das fehlende DC-Schnellladen ist ein echter Kritikpunkt: Wer keine eigene Lademöglichkeit hat, kann die elektrischen Vorteile kaum ausschöpfen. Und auch wenn der Sieben-Sitzer für Familien attraktiv wirkt, sind ein paar Details nicht zu Ende gedacht: Sieben Sitze, aber nur zwei Isofix-Halterungen – das schränkt den Nutzerkreis ein. Der Frontantrieb mag in der Praxis meist genügen, ist aber für ein so großes und schweres Fahrzeug nicht die optimale Lösung.
Unterm Strich bleibt ein sehr interessantes Fahrzeug, das seinen Preis verdient – wenn man weiß, was man bekommt und was nicht.

Fotos: Max Grigo; Daniel Przygoda

