Fahrbericht, Smart

Smart #5 Brabus Test – So fährt sich das Elektro-SUV mit 646 PS und 800-Volt-Technik

Smart war einmal ein Zweisitzer für die Innenstadt. Heute steht der Name für ein 4,70 Meter langes Elektro-SUV mit 646 PS, 800-Volt-Ladetechnik und einem Innenraum, der klar ins Premiumsegment zielt. Klingt nach Identitätsbruch? Genau das Gegenteil ist der Fall. Warum der Smart #5 Brabus die ursprüngliche Idee der Marke nicht verrät, sondern neu interpretiert und dabei erstaunlich viel Alltagstauglichkeit und „Smartness“ mitbringt, zeigt dieser Fahrbericht.

Smart #5 Brabus

  • Segment: Mittelklasse-SUV (C-SUV)
  • Antrieb: BEV, Allradantrieb (AWD)
  • Systemleistung: 475 kW (646 PS)
  • Reichweite: 540 km (WLTP)
  • Preis ab: 60.900 Euro

Ja, das ist ein kontroverses Thema. Der Smart #5 Brabus ist das größte, schnellste und stärkste Smart-Modell aller Zeiten und das absolute Gegenteil des ursprünglichen Smart-Gedankens. Kleiner Zweisitzer, sparsam, urban: Das war der Smart ForTwo. Und während dieser Ursprungsgedanke gerade neu auflebt – Smart hat kürzlich den Smart #2 als Studie gezeigt und kündigt den Verkaufsstart für Ende 2026 an – bewegt sich die Marke gleichzeitig in eine völlig andere Richtung. Der #5 Brabus ist das beste Beispiel dafür. Und trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb, ist er für mich eines der erfrischendsten Autos im aktuellen SUV-Segment. Er hat Charakter und er ist trotz nicht optimaler Parklücken-Kompatibilität unverkennbar ein Smart.

Smart #5 Brabus Heckansicht in Atom Grey Matte

Wettbewerber

Mit 60.900 Euro ist der #5 Brabus kein Schnäppchen. Die Konkurrenten kosten teils deutlich weniger. Was Smart dagegensetzt: eine Serienausstattung auf Oberklasse-Niveau, ein leistungsstarkes Infotainment-Konzept und eine ebenso starke Ladetechnik im Segment. Ob das den Aufpreis rechtfertigt?

Smart #5 Brabus Fahrbericht 2026 – Kaufberatung und Test

Außendesign

Wer den #5 Brabus zum ersten Mal sieht, denkt nicht an den alten Fortwo. Eher an eine jüngere, modernere Interpretation der Mercedes G-Klasse – kantig, präsent, selbstbewusst. Dennoch trägt dieses Auto die Smart-Handschrift. Die abgerundeten Ecken im Lichtdesign, die sich von der Front bis zum Heck wiederholen, sind ein Markenzeichen, das man sofort mit Smart in Verbindung bringt. Kein langweiliges, austauschbares Durchgangs-LED-Band wie bei fast jedem der aktuellen SUVs. Stattdessen diese charakteristischen abgerundeten Leuchtelemente.

Der matte Grauton des Testwagens „Atom Grey Matte“ in Kombination mit den roten Akzenten an Spoilerlippe, Schweller und Heck – optisch ein stimmiges Gesamtkonzept. Die 21-Zoll-Monoblock-Felgen sind ebenfalls typisch Brabus. Ebenso dürfen die roten Bremssättel nicht fehlen.

21 Zoll Monoblock Z Leichtmetallfelgen des Smart #5 Brabus mit Continental-Bereifung 255/40 R21.

Maße und Gewichte

Maße und GewichteSmart #5 Brabus
Abmessungen
Länge4,70 m
Breite (Spiegel eingeklappt / ausgeklappt)2,17 m / 1,92 m
Höhe1,71 m
Radstand2,90 m
Wendekreis11,2 m
Stauraum
Kofferraum hinten630–1.530 l
Frunk (Kofferraum vorne)47 l
Gewichte
Leergewicht2.303 kg
Zuladung577 kg
Zulässiges Gesamtgewicht2.880 kg
Anhängelast (gebremst/ungebremst)1.600 kg/750 kg
Stützlast100 kg
Dachlast73 kg

Innenraum

Einsteigen! Die elektrisch ausfahrbaren Türgriffe sind: Geschmacksache! Aber sie funktionieren erstaunlich gut und sorgen für einen cleanen Look und vielleicht den ein oder anderen Kilometer mehr Reichweite. Obwohl der Smart außen die Muskeln spielen lässt, wirkt das Interieur nicht übertrieben. Der Innenraum des #5 Brabus setzt das Brabus-Thema konsequent fort: Anthrazit überall, Rot als Highlight: Ziernähte in den Polstern und ganz besonders die Gurte.

Der Innenraum im Smart #5 Brabus ist gut verarbeitet. Die Materialauswahl mit Alcantara Dinamica, Leder und weichen Kunststoffen ist gelungen.

Die Verarbeitung ist wirklich erstklassig. Überall, wo man hingreift, trifft man auf das sogenannte Dynamika-Material – ein Mikrofaserstoff, der sich anfühlt wie Wildleder und auch so aussieht. A-Säulen, Sonnenblenden, Sitzflächen – alles in diesem Material. Das gibt dem Innenraum eine konsistente, sportlich-luxuriöse Atmosphäre, die man so bei Konkurrenten in dieser Preisklasse nicht immer bekommt.

Kopfstützen im Smart #5 Brabus mit eingesticktem Brabus-Logo und roten Ziernähten.

Ein Wermutstropfen: So schön das Interieur ist, so heikel ist es im Alltag. Krümel und Staub sieht man schnell. Wer kein Freund des regelmäßigen Bürstens und Wischens ist, sollte das im Hinterkopf behalten. Ein echtes Highlight dagegen: Die Ambientebeleuchtung. Sie unterstreicht die Designlinien des Innenraums indirekt, lässt sich in mehreren Farbbereichen individuell einstellen oder über vorgefertigte Themen steuern. Und dann ist da noch der Sennheiser-Lautsprecher, der zentral auf dem Armaturenträger sitzt – wenn man die Musik startet, fährt er dramatisch hoch und leuchtet passend zur Ambientebeleuchtung.

Cockpit

  • 10,25 Zoll Full HD Kombiinstrument
  • Head-up-Display (HUD)
  • Griffiges und gut in der Hand liegendes Multifunktionslenkrad

Das Alcantara-Lenkrad ist eines der besten, die ich zuletzt in der Hand hatte. Griffig, nicht zu dick, mit physischen Tasten, die sich tatsächlich metallisch und wertig anfühlen. Sitzposition? Schnell gefunden, großzügiger Verstellbereich.

Sportlenkrad in Alcantara (außen) und Glattleder (innen) mit roten Ziernähten. Multifunktionstasten, Digitaltacho und Head-up-Display (HUD).

Das Head-up-Display ist ein weiteres Highlight. Es zeigt nicht nur Tempoinfos und Assistenzsymbole, sondern beim Navigieren einen echten Kartenausschnitt – inklusive Google Maps. Das klingt selbstverständlich, ist es aber nicht: Viele Hersteller beschränken die Google-Maps-Anzeige auf den Zentraldisplay. Smart zeigt sie im Kombiinstrument, im Head-up-Display und im Zentraldisplay gleichzeitig. Für mich als Fahrer macht das einen echten Unterschied – der Blick bleibt auf der Straße, die Navigation läuft im Sichtfeld mit.

Rundumsicht: gut. Die Fensterflächen sind groß, die Außenspiegel gut positioniert, sodass auch der vordere seitliche Bereich gut einsehbar ist. Dazu kommt ein hochauflösendes 360-Grad-Kamerasystem mit 3D- und Transparentmodus.

Hochauflösende Rückfahrkamera mit dynamischen Führungslinien und Hinderniserkennung, 360-Grad-Drauf-Sicht und zentimetergenauer Distanzmessung.

Infotainmentsystem

  • 13 Zoll OLED-Touchscreen – zentral, für Fahrer und Beifahrer gut erreichbar
  • 13 Zoll OLED-Beifahrerdisplay – Entertainment-Fokus: Spotify, Streaming, eigene Apps
  • Integriertes Navigationssystem mit Live-Traffic
  • Android Auto und Apple CarPlay kabellos
  • Over-the-Air-Updates: Ja
  • Soundsystem von Sennheiser

Schnell, flüssig, keine Ladezeiten, kein Ruckeln. Das Infotainment des #5 Brabus macht genau das, was es soll und es macht es gut. Das Menüdesign ist Smart-typisch: ein bisschen verspielt, ein bisschen frech, aber absolut erwachsen und ernst zu nehmen. Kein austauschbares Android-Interface, das genauso gut in einem beliebigen China-Auto hätte landen können. Man erkennt sofort: Das ist Smart.

Clever: Eine immer sichtbare Leiste am unteren Displayrand gibt immer direkten Zugriff auf Homescreen, Apps, Fahrzeugeinstellungen, Klima, Sitzeinstellungen, die 360-Grad-Kamera und natürlich das Fahrmodus-Menü.

Der Beifahrer kann sich derweil selbst beschäftigen, denn über den separaten Touchscreen kann man unabhängig Musik steuern oder über den eigenen Streaming-Dienst Serien schauen. Gut für lange Fahrten, gut für Ladepausen. Wobei: Die Ladepausen beim #5 Brabus sind so kurz, dass man kaum Zeit hat, eine Folge anzufangen. Aber dazu gleich mehr.

Beifahrerdisplay im Smart #5: 13-Zoll OLED-Touchscreen mit Entertainmentangeboten (Musikstreaming, Videostreaming, Spiele, Klimaeinstellungen).

Sitze vorne

  • Elektrische Sitzverstellung mit Memory-Funktion
  • Sitzheizung und -belüftung (3-stufig)
  • Beifahrersitz mit Isofix-Haltepunkt

Sportlich im Look, komfortabel in der Realität – so lassen sich die Sitze beschreiben. Die Polsterung ist angenehm straff, das Dynamika-Material auf den Sitzflächen macht seinen Job: griffig, atmungsaktiv, kein Schwitzen. Hier lässt es sich auch auf mehreren hundert Kilometern aushalten.

Elektrisch verstellbarer Fahrersitz beim Smart #5 Brabus: Rote Gurte und bequeme Alcantara-Leder-Polster mit 3-stufiger Sitzheizung und Sitzbelüftung.

Die Seitenwangen sind vorhanden, aber nicht übertrieben. Für ein Alltagsauto dieser Klasse genau richtig: bequem einsteigen, bequem aussteigen. Ebenso gut ist die großzügig dimensionierte Oberschenkelauflage.

Sitzverstellung im Smart#5 über Tasten in der Türverkleidung. Sitzheizung und Sitzbelüftung (3-stufig) lässt sich schwer ablesen.

Kleiner Kritikpunkt, den ich nicht verschweigen will: Die Sitzverstellungstasten sitzen in der Türverkleidung, nicht am Sitz selbst. Das ist gewöhnungsbedürftig. Ich hätte sie lieber direkt an der Sitzseite. Ähnliches gilt für Sitzheizung und Sitzbelüftung: Die kleinen LEDs zur Anzeige der Stufen sind nicht gut ablesbar. Kein Dealbreaker, aber verbesserungswürdig. Zum Glück lässt sich beides auch über das Zentraldisplay steuern.

Sitze hinten

Der Fond hat fast schon Ausmaße einer Luxuslimousine. Der Radstand von 2,90 Metern macht sich hier in Form von Bein- und Kopffreiheit bemerkbar. Dazu kommt ein ebener Fahrzeugboden ohne Mitteltunnel, so dass man auch sehr gut den Mittelplatz nutzen kann.

Rücksitzen im Smart #5 Brabus: Rote Gurte Alcantara-leder-Polster "Dynamica" und viel Platz.

Überraschend auch die elektrisch verstellbaren Rückenlehnen, die eine sehr entspannte Sitzposition ermöglichen. Noch cooler ist der Chauffeur-Modus auf der Beifahrerseite hinten: Per Knopf in der Türverkleidung fährt der Vordersitz nach vorne, die Rückenlehne stellt sich auf. Das fühlt sich fast schon an wie in einer Mercedes S-Klasse. Dazu noch die schöne Aussicht durch das großflächige Panoramadach.

Komfortabel und durchdacht sind eigene Lüftungsdüsen hinten, Ablagetaschen in den Rückenlehnen der Vordersitze, umklappbare Mittelarmlehne mit Cupholdern und Ablagen, Durchreiche in den Kofferraum.

Isofix-Halterung

Gut aufgestellt ist der Smart #5 auch für Familien. Denn Kindersitze und Babyschalen lassen sich über Isofix am Beifahrersitz vorne und an beiden äußeren Plätzen hinten sicher befestigen. Alle drei Isofix-Haltepunkte verfügen zudem über Top-Tether.

Kindersitze befestigen im Smart #5: Zwei Isofix-Halterungen mit Top-Tether auf der Rücksitzbank und ein Isofix-Halter mit Top-Tether auf dem Beifahrersitz.

Kofferraum

  • Kofferraumvolumen: 630–1.530 Liter
  • Rücksitzlehne per Hebel fernentriegelbar (Teilungsverhältnis, 40:60 mit Durchreichmöglichkeit)
  • Elektrische Heckklappe
Kofferraum: 630 bis 1530 Liter Fassungsvermögen. Unter dem Gepäckraumboden ist ein 110 Liter großer Bereich, um Gepäckraumrollo und weiteres unterzubringen. Die Rücksitzbank mit Teilungsverhältnis von 40:60 lässt sich per Hebel vom Kofferraum umlegen. Zudem gibt es eine Durchreichmöglichkeit - z. B. für Ski.

630 Liter klingen bei einem 4,70-Meter-Auto erst mal wenig. Und ja, die Ladekante ist relativ hoch – das fällt auf. Aber: Das Gepäckrollo lässt sich platzsparend im Unterflurfach verstauen, das Umlegen der Rücksitze geht via seitliche Hebel schnell und unkompliziert, und mit umgeklappten Lehnen wächst das Volumen auf 1.530 Liter. Sperrige Sachen kein Problem. Für den Alltag reicht der Platz gut.

Fernentriegelung: Hebel zum umlegen der Rücksitzbank im Kofferraum des Smart #5.

Die elektrische Heckklappe lässt sich ganz smart öffnen und zwar im wahrsten Sinne des Wortes: Die Heckklappe öffnet elektrisch – aber der Knopf ist versteckt. Im Schriftzug „Smart“ an der Heckklappe, in der runden Aussparung des „a“.

Frunk

Unter der Fronthaube bietet der Smart #5 einen zusätzlichen, gut erreichbaren Stauraum. Der sogenannte Frunk hat ein Fassungsvermögen von 47 Litern. Getrennt vom Kofferraum kann hier beispielsweise das Ladekabel untergebracht werden.

Leicht zugänglicher Frunk im Smart #5 zum verstauen vom Ladekabel und weiterem Gepäck.

Technische Daten

Technische DatenSmart #5 Brabus
Antrieb
AntriebsartAllradantrieb (AWD)
MotorisierungElektroantrieb (BEV)
Motor
Motorart2x Permanentmagnet-Synchronmotor (PSM)
Leistung (System)475 kW/646 PS
Drehmoment (System)710 Nm
Getriebe
Getriebe1-Gang-Direktgetriebe
Batterie
SpeichertechnikNMC (Nickel-Mangan-Kobalt)
Batteriekapazität (brutto / netto)100 kWh / 96 kWh
Architektur800 Volt
Fahrleistungen
Beschleunigung 0–100 km/h3,8 s
Höchstgeschwindigkeit210 km/h
Verbrauch und Reichweite (WLTP)
Verbrauch kombiniert19,9 kWh/100 km
Reichweite kombiniert540 km
Frontlippe in Rot mit BRABUS-Schriftzug beim Smart #5

Fahreindruck: So fährt sich der Smart #5 Brabus

646 PS in einem Familien-SUV. Klingt erst mal absurd – und fühlt sich dann auch so an. Im Alltag ist der #5 Brabus aber völlig zahm. Entspannt gleitet er durch die Stadt, verbraucht bei milden Temperaturen locker um die 16 kWh/100 km, lässt sich easy manövrieren. Und dann: ein Tritt aufs Gaspedal, und es ist als würde einem jemand von hinten einen Hammer in den Rücken schlagen. Der Schub ist brutal. Das Drehmoment steht sofort bereit, keine Pause, keine Verzögerung. Auf der Autobahn bei schon hohen Tempo passiert genau dasselbe: linke Spur frei, das Fahrpedal durchdrücken und das Ding schiebt. Richtig.

Fahrerperspektive im Smart #5 Brabus: Alcantara Sportlenkrad mit roten Ziernähten und 10,25 Zoll großer HD-Instrumenteneinheit.

Was man wissen sollte: Kurven auf hohem Niveau sind nicht sein Ding. Wer sportlich aus einer Autobahnkurve herausgeht, merkt das Gewicht und den hohen Aufbau – Untersteuern meldet sich irgendwann. Der #5 Brabus ist kein agiler Sportwagen, und er will es auch nicht sein. Er ist ein großer SUV mit noch größeren Leistungsreserven. Und in dieser Rolle ist er herausragend.

Auf der Autobahn helfen die Fahrerassistenzsysteme ordentlich mit: Abstandsregeltempomat, Spurführung und Verkehrszeichenerkennung funktionieren im Test zuverlässig. Lange Strecken werden damit deutlich entspannter. Die Windgeräusche halten sich trotz des kantigen Designs gut in Grenzen.

In der Stadt: große Fensterflächen, gute Rundumsicht, das 360-Grad-Kamerasystem macht das Einparken zum Kinderspiel. Die Einparkautomatik war im Test allerdings nicht immer zuverlässig – da war mir der manuelle Weg lieber. Kein Problem, das Auto lässt sich auch ohne sie gut bewegen.

Verbrauch im Test: Zwischen 19 und 20 kWh/100 km im gemischten Betrieb war gut zu schaffen. Wer die Brabus-Modi ausreizt, landet schnell bei 24–25 kWh und mehr. Das ist bei 646 PS und über 2,3 Tonnen aber keine Überraschung und ehrlich gesagt auch okay.

Smart #5 Brabus mit 646 PS Allradantrieb und 800-Volt-Technik für schnelles Laden im ausführlichen Fahrbericht mit Kaufberatung.

Easter Eggs im Smart #5 Brabus

Die Liebe zum Detail merkt man im Smart #5 und wer genauer hinsieht, entdeckt einen Pandabären, der das ganze Auto begleitet. An der Frontscheibe sitzt er im A-Säulenbereich und schlürft gemütlich Tee – ein stiller Reminder, es mal etwas ruhiger angehen zu lassen. Auf der hinteren Seitenscheibe schläft er selig. Und an der Heckscheibe? Da steht er mit Koffer und ist offensichtlich reisebereit.

Ladezeiten

Stecker, LadetypMax. LadeleistungLade-Zeit (h:mm)
Typ 2
Wechselstrom (AC)
Wallbox, Ladesäule
Typ2-Stecker, Icon
22 kW
(3-phasig)
4:30
0–100 %
CCS
Gleichstrom (DC)
Schnellladestation
CCS-Stecker, Icon
400 kW0:18
10–80 %
Vollladen in nur 15 Minuten: Smart #5 Brabus beim DC-Schnellladen mit 800-Volt-Technologie und serienmäßiger Wärmepumpe.

Ich habe schon viele Elektroautos geladen. Aber was der #5 Brabus an der Schnellladestation macht, hat mich wirklich aus den Socken gehauen. Ladekabel rein – und boom: Die erste Anzeige auf dem Säulendisplay zeigt 280 kW. Und die bleibt. Konstant. Bis fast 90 Prozent. Keine Kurve, kein Einbruch, kein Abflachen bei 60 Prozent wie bei vielen anderen. Einfach: Vollgas laden.

Eine Viertelstunde. Das reicht. Danach kann man weiterfahren. Ich war so überrascht, dass ich fast zu früh wieder am Auto war. Die 800-Volt-Technik macht aus einer Ladepause eine echte Nebensache.

Vehicle-to-Load (V2L) – eigene Stromversorgung serienmäßig

Ein praktisches Gimmick ist die serienmäßige Vehicle-to-Load-Funktion. Der #5 Brabus kann per Adapter Strom abgeben, beispielsweise an Elektrogrill, Kaffeemaschine oder was auch immer unterwegs gebraucht wird. Passend dazu gibt es einen echten Campingmodus: Kopfstützen raus, Sitze in Liegeposition, Matratze rein. Zu zweit schläft man drin, der Akku versorgt die Klimatisierung über Nacht. Smart nennt das Camping – ich nenne das beeindruckend durchgedacht.

Smart-Schriftzug auf der Fronthaube

Preise und Ausstattung

Den Einstieg beim Smart #5 macht die Variante „Pro“ ab 45.900 Euro – aber Achtung: Die „Pro“ hat 400-Volt-Technik und den kleineren 76-kWh-Akku. Wer die volle Ladeleistung und den großen Akku will, muss mindestens zur „Pro+“ greifen (50.900 Euro). Darüber gibt es noch „Premium“, „Pulse“ und die limitierte „Summit“-Edition. Der #5 Brabus als Topmodell kostet 60.900 Euro. Die Garantie auf das Fahrzeug beträgt lediglich zwei Jahre, auf die Antriebsbatterie und Hochvolt-Komponenten gewährt Smart jedoch 8 Jahre.

Kaufempfehlung

Klare Empfehlung: Finger weg von der „Pro“-Version. Wer das 800-Volt-System nicht hat, verschenkt den größten Vorteil dieses Autos. Mindestens „Pro+“. Die Brabus bringt alles mit, was den #5 besonders macht: volle Leistung, volles Ausstattungspaket, volles Brabus-Erlebnis. Für Langstreckenpendler, Familien mit Reiselust und alle, die Komfort und Fahrspaß nicht gegeneinander aufrechnen wollen, ist der #5 Brabus eine sehr überzeugende Wahl.

Armaturenbrett im Smart #5 BRABUS mit großen Zentral-Bildschirm und eigenem Touchscreen für den Beifahrer.

Stärken und Schwächen

Vorteile

  • Starke Ladeperformance: Vollladung in nur 18 Minuten möglich
  • Fahrleistungen mit guter Mischung aus Alltagskomfort und Leistungsreserven
  • Aktivierbarer One-Pedal-Fahrmodus
  • Erstklassige Materialien und Verarbeitung
  • Riesiges Platzangebot im Fond
  • Frunk mit Verstaumöglichkeit für Ladekabel
  • Leistungsstarkes Sound- und Infotainmentsystem
  • Gute Smartphone-Integration in fahrzeugeigene Anzeigen

Nachteile

  • Material im Innenraum ist ein echter Staubmagnet
  • Smartphone-Ablagefächer in der Mittelkonsole halten das Gerät in Kurven nicht sicher
  • Sitzverstellungstasten in der Türverkleidung nicht ideal
  • Einparkautomatik im Test wenig zuverlässig
  • Hoher Preis
  • Nur 2 Jahre Garantie auf das Fahrzeug
Smart #5 Brabus in der Lackierung Atom Grey Matte.

Fazit

Der Smart #5 Brabus ist ein Auto, das man entweder sofort liebt oder gar nicht versteht. Ja, er ist das Gegenteil dessen, womit Smart mal angefangen hat. Aber er ist kein identitätsloser SUV, der sich ins Segment einreiht und dort untertaucht. Er hat Charakter. Einige smarte und verspielte Gimmicks. Und er hat eine Ladetechnik, die andere Hersteller noch lange nicht erreicht haben.

Was mich am meisten begeistert hat? Die Kombination aus zahmer Alltagstauglichkeit und brutalem Leistungsabruf. Das ist eine Spreizung, die man selten so gut hinbekommt. Und die Ladesäule: konstant auf hohem Level laden. Das macht Spaß!

Für wen ist der #5 Brabus gemacht? Für alle, die einen sportlichen Look wollen, aber keine knallharte Büchse. Die Komfort und Raum für die Familie brauchen – aber nicht auf den Kick verzichten wollen, wenn die Autobahn frei ist. Und die moderne Technik nicht als Spielerei, sondern als echten Mehrwert verstehen. Wer das alles will und 60.900 Euro investieren kann, bekommt hier eines der interessantesten Elektroautos auf dem Markt.

Smart #5 Brabus Fahrbericht 2026 – Kaufberatung und Test.

Daniel Przygoda

Daniel Przygoda ist Automobil-Journalist aus Dortmund und Gründer von 3ve-Blog.de. Was ihn von vielen anderen Autojournalisten unterscheidet: Er kennt die Automobilindustrie nicht nur von Presseterminen und Testfahrten, sondern aus eigener beruflicher Erfahrung.

Seine Karriere in der Automobilbranche begann 2001 im Opel-Werk Bochum. Seitdem hat er mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrung in unterschiedlichen Bereichen der Automobilindustrie gesammelt – unter anderem in Forschung und Marktanalyse in einer langjährigen Zusammenarbeit mit dem renommierten Automobilexperten Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer sowie in der Fahrzeugentwicklung, Systemintegration und Industrialisierung bei verschiedenen OEMs und Tier-1-Zulieferern, darunter Mercedes-Benz. Als Ingenieur verfügt er über fundierte Kenntnisse der technischen, wirtschaftlichen und strategischen Zusammenhänge moderner Fahrzeugentwicklung.

Parallel dazu berichtet er seit 2015 journalistisch über die Automobilbranche. Auf 3ve-Blog.de hat er mehr als 300 Beiträge veröffentlicht und produziert regelmäßig Kurzvideoformate für Social-Media-Plattformen. In dieser Zeit hat er über 700 Fahrzeuge unterschiedlichster Hersteller getestet – vom Kleinwagen und Elektroauto über Performance-SUVs bis hin zu klassischen Verbrennern und Sportwagen.

Neben seiner journalistischen Tätigkeit bringt Daniel Przygoda seine Erfahrung auch in Wettbewerbsanalysen und Vergleichsfahrten der Automobilindustrie ein. Dabei bewertet er Fahrzeuge aus Kundenperspektive und liefert Einschätzungen zu Produkteigenschaften, Fahrzeugkonzepten und Nutzererwartungen.

Auf 3ve-Blog.de erklärt er, was ein Fahrzeug im Alltag wirklich leistet – technisch fundiert, praxisnah und als unabhängige Entscheidungshilfe für Fahrberichte, Fahrzeugtests und Kaufberatungen.

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