Fiat 500, Daniel Przygoda, Autotest, Kaufberatung
Fahrbericht, Fiat

Fiat 500 – So fährt sich der rein elektrische Kult-Italiener!

Endlich ein knuffig-cooles E-Auto für die Stadt? Den gibt es nun mit dem brandneuen Fiat 500! Der kultige Italiener setzt voll und ganz auf den Elektroantrieb. Was für Überraschungen sonst noch in der Knutschkugel stecken, und wie sich der elektrische Fiat 500 fährt, erzählen wir im ersten Fahrbericht.

Neuer Fiat 500 nur elektrisch, altes Modell als Mild-Hybrid

In unserer doch recht schnelllebigen Autowelt kann sich der Fiat 500 schon als echter Dauerbrenner bezeichnen. Seit dem Jahr 2007 begeistert die moderne Interpretation des Kleinwagen-Klassikers. Unter der Haube gab es eine Vielzahl von Antrieben, die vom Zweizylinder Turbobenziner, einem Erdgasantrieb und einem Diesel reichten. Aktuell gibt es den Fiat 500 nur noch mit einem Mild-Hybrid-Benziner. Auch wenn nun das neue Modell auf den Markt kommt, ist für das aktuelle Modell noch kein Ende in Sicht. Der „alte“ Fiat 500 wird weiter verkauft und rollt im polnischen Werk Tychy vom Band. Der neue hingegen wird in Turin, der Heimat von Fiat, produziert. Er steht auf einer vollkommen neuen und etwas größeren Plattform und wird ausschließlich über einen Elektroantrieb verfügen.

Fiat 500 Ozean Grün (5CE), Heck

Design: typisch Fiat 500

Egal von welcher Seite man den neuen Fiat 500 betrachtet, es gibt keinen Zweifel wer da vor einem steht. Das so typische ikonische 500er Design ist beim neuen Modell gekonnt umgesetzt. Auch wenn man es nicht auf den ersten Blick erkennt, handelt es sich um ein komplett neues Auto. Stellt man den Aktuellen und den Neuen nebeneinander, werden die Unterschiede deutlicher. Der Neue ist etwas länger und breiter geworden. Seine 3,64 Meter Gesamtlänge sind immer noch handlich und kompakt genug. Die Front trägt das freundlich schauende 500-Gesicht mit den kugelrunden Scheinwerfern, die durch die Motorhaube unterbrochen werden. Die Tagfahrleuchten und Blinker leuchten in moderner LED-Technik. Scheinwerfer in Voll-LED gibt es optional. Ebenfalls an der Front ist nun ein großes „500“-Logo platziert. Das Heck wirkt durch die angewachsene Breite sehr stimmig. Durch die Seitenlinie zieht sich ein schöner Chromzierstreifen mit integriertem Seitenblinker.

Innenraum

Die gewachsenen Abmessungen kommen auch dem Innenraum zugute. Das Raumgefühl ist angenehm luftig. Es gibt viele praktische Ablagen in den Türen und der Mittelkonsole. Besonders gefallen mir die vielen Details, die es im liebevoll gestalteten Innenraum gibt. Die verwendeten Materialien sehen nicht nur gut aus, sondern fühlen sich auch wertig an. Die Verarbeitungsqualität ist durchweg solide. Die Sitzergonomie ist vorbildlich und für die Fahrzeugklasse überdurchschnittlich. Man hat alles im Griff und im Blick. Das Display des Infotainmentsystems ist angenehm positioniert und gut erreichbar. Dank des in der Höhe und der Tiefe verstellbaren Lenkrads und des höhenverstellbaren Sitzes, findet man schnell eine bequeme Sitzposition. Das schön gestaltete und kleine Zwei-Speichen-Lenkrad liegt zudem gut in der Hand.

Fiat 500 Icon, Armaturenbrett, Holzoptik, Digital-Cockpit, Digitaltacho

Auf den beiden hinteren Plätzen fühlen sich nur ziemlich keine Menschen wohl. Aber das geht voll in Ordnung. Der Fiat 500 ist ja auch kein Familien-Van. Kinder können auf jeden Fall sicher mitgenommen werden. Isofix-Halterungen für Kindersitze finden sich auf dem Beifahrersitz und der Rücksitzbank.

Kofferraum

Große Einkaufstaschen mit dem Wochenendeinkauf aber auch eine Sporttasche finden im Kofferraum Platz. Das Fassungsvermögen beträgt 185 Liter. Wer größere Koffer oder sperrige Gegenstände transportieren möchte, kann durch Umlegen der Rücksitzbank den Gepäckraum auf bis zu 550 Liter erweitern.

Infotainmentsystem Uconnect

Der Fiat 500 Action, also die kleine Basisausführung, verfügt über kein Infotainmentsystem mit Touchscreen. Zentral auf dem Armaturenbrett gibt es stattdessen eine integrierte Halterung für das Smartphone. Interessant wird es ab der mittleren Ausstattungsvariante Passion. Diese sollte man sich mindestens gönnen. Hier kommt nämlich erstmals das neue Infotainmentsystem Uconnect zu Einsatz. In der kleineren Version verfügt es über einen 7 Zoll großen Touchscreen. Das größere Uconnect (ab der Ausstattungsvariante Icon) ist 10,25 Zoll groß und hat einen sehr innovativen Ersteindruck hinterlassen.

Kabellose Smartphone-Integration für Android und Apple

Neben einem integrierten Navi mit ansprechender Kartendarstellung, die sich auch auf dem Digitalen Cockpit anzeigen lässt, gibt es auch digitalen Radioempfang (DAB+). Natürlich verfügt das neue Uconnect auch über eine Smartphone-Integration per Apple CarPlay und Android Auto – und das sogar kabellos! Die Zeiten, in dem man mit einem Kabel (wenn man es denn zur Hand hat) im Auto herumfummelt, sind im neuen Fiat 500 vorbei. Das Smartphone kann zum kabellosen Laden in das große Ablagefach im Armaturenbrett gelegt werden.

Easteregg, Skyline Turin, Fiat 500, induktive Ladeschale für Smartphones, QI, Armaturenbrett
Induktive Ladeschale für Smartphones mit der Skyline von Turin

Sprachsteuerung „Hey Fiat!“

Die Bedienung über den Touchscreen funktioniert flüssig. Das System arbeitet zügig und die Menüstruktur ist logisch. Das Layout des Bedienmenüs ist ansprechend gestaltet, nur liegen leider die Touchflächen für einige Icons recht eng beieinander. Während der Fahrt sorgt das nicht unbedingt für eine gute Treffsicherheit und kann auch schon mal etwas ablenken. Das Infotainmentsystem ermöglicht auch die Verwendung von Sprachbefehlen. Mit „Hey Fiat, mir ist kalt.“ oder „Hey Fiat, fahr mich nach Hause“ kann man Klimaeinstellungen vornehmen oder das Navigationssystem steuern.

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Teilautonomes Fahren mit dem Co-Driver Paket

Auch wenn der Fiat 500 sich in der Stadt am wohlsten fühlt, muss er vielleicht auch mal auf die Autobahn. Was Fahrerassistenzsysteme angeht, war der Vorgänger noch recht sparsam bestückt. Die neue Generation hat dafür einen riesigen Sprung hingelegt. Mit dem optionalen Co-Driver Paket für 1.500 Euro ist sogar teilautonomes Fahren Level 2 (Längsführung sowie selbsttätiges Bremsen und Beschleunigen) möglich.

2-Speichen-Lenkrad/Lenkradfernbedienung, Lederlenkrad
Einfaches Bedienkonzept

Bei der Testfahrt hat es beeindruckend gut funktioniert. Das kamerabasierte System lässt sich ab einer Geschwindigkeit von 60 km/h am Lenkrad aktivieren. Die Bedienung ist unkompliziert und sehr intuitiv. Das Spurhaltesystem hält das Fahrzeug mittig in der Fahrspur. Auch in Kurven lenkt das System flüssig mit ein, was insgesamt ein sicheres Gefühl vermittelt. Darüber hinaus werden vorausfahrende Fahrzeuge erkannt und der Abstand entsprechend angepasst. Tempolimits werden ebenfalls über eine Kamera erkannt. Erfasst die Kamera ein abweichendes Tempolimit, wird der Fahrer aufgefordert die Tempoanpassung zu bestätigen. Mag vielleicht etwas nervig klingen, dafür kann man aber sichergehen, dass im Falle einer Fehlerfassung das Fahrzeug nicht abrupt abbremst.

Technik-Spezial von Motoreport

Matthias von Motoreport, mit dem ich zusammen den neuen Fiat 500 testen durfte, hat sich die Fahrerassistenzsysteme genauer angesehen. Auch ihn hat das Co-Driver Paket begeistert. Wie genau dies funktioniert, zeigt er im folgenden Technik-Video:

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Die Zeiten, in denen es im Fiat 500 maximal einen Tempomat gibt sind schlagartig vorbei: Mit der neuen Generation hält auf Wunsch sogar ein teilautonomes Fahren auf Level 2 im Minicar Einzug, das richtig gut funktioniert: Dank kapazitiver Oberfläche muss man das Lenkrad theoretisch nur leicht berühren – der Cinquecento hält dann permanent sehr gut mittig die Spur und den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug!

Matthias Luft, Motoreport

Antrieb und Technik

Fiat 500Fiat 500
Batterie-Kapazität
(netto)
23,8 kWh
(21,3 kWh)
42,0 kWh
(37,0 kWh)
Reichweite (WLTP, kombiniert)180 km320 km
Durchschnittsverbrauch auf 100 km14,9 kWh14,0–14,9 kWh
Motorleistung70 kW/95 PS87 kW/118 PS
Drehmoment220 Nm220 Nm
Beschleunigung 0–100 km/h9,5 s9,0 s
Beschleunigung 0–50 km/h3,1 s3,1 s
Höchstgeschwindigkeit135 km/h150 km/h
Leergewicht1.255 kg1.365–1.405 kg
E-Antrieb im Fiat 500 87 kW (EDM) und Leistungselektronik (PEB), Motorraum
Der 87 kW starke E-Motor treibt die Vorderräder an

Fahreindruck

Fahrtechnisch macht der neue Fiat 500 einen gut abgestimmten und handlichen Eindruck. Der Antrieb ist – wie man es von einem Elektroauto erwarten – sehr agil und drehmomentstark. Flotte Zwischenspurts machen riesigen Spaß. Genau wie der extrem kleine Wendekreis von nur knapp 9 Metern. Wenden in einem Zug kann der Kleine locker! In der Stadt lässt es sich spielend einfach durch enge Gassen und in kleine Parklücken zirkeln. Auch auf der Autobahn liegt der Wagen ruhig. Bei höherem Tempo sind allerdings im hinteren Bereich leichte Windgeräusche zu vernehmen.

2-Speichen Lenkrad (318) im neuen Fiat 500 mit Digitaltacho
Handlich kleines 2-Speichen-Lenkrad

Fahrmodi mit unterschiedlich starker Rekuperation

Über eine kleine Drehwalze in der Mittelkonsole lassen sich Fahrprogramme „e-Mode“ vorwählen. Im Normal-Modus verhält sich der Fiat ähnlich wie ein Auto mit Verbrennerantrieb. Geht man vom Gas-Pedal, rollt es aus. Die Rekuperation ist hier schwach.

Der Range-Modus macht am meisten Freude und vermittelt das typische E-Auto-Gefühl. Nimmt man hier den Fuß vom Gaspedal, wechselt der E-Motor in den Generatorbetrieb. Die Energie, die man sonst durch die Bremse aufwenden würde, um das Auto anzuhalten, wird zurück in die Batterie geleitet. Mit Hilfe dieser Rekuperation lässt sich der Fiat mit einer vorausschauenden Fahrweise fast ausschließlich mit dem Gaspedal steuern. Das Bremspedal wird kaum noch gebraucht. Es bedarf ein bisschen Eingewöhnungszeit, dann gibt es nichts Besseres als im Ein-Pedal-Modus punktgenau an der Ampel zu halten. Sehr bequem und vor allem effizient!

Wenn es mit der Reichweite mal knapp werden sollte, gibt es für den Notfall noch den Sherpa-Modus. Ja, der heißt wirklich so! Die Beschleunigung und das Tempo werden gedrosselt. Mit maximal 50 km/h und deaktivierten Komfortverbrauchern holt der Sherpa-Modus noch die letzten Kilometer raus.

Reichweite bis zu 320 Kilometern

Die Batterien sind, wie bei Elektroautos üblich, flach und mittig im Unterboden untergebracht. Zum einen ein sehr sicherer Ort und vorteilhaft was die Fahrdynamik angeht. Durch den tiefen Schwerpunkt liegt liegt der Wagen satt auf der Straße.

Zwei Batteriegrößen für den Fiat 500 mit hoher Ladegeschwindigkeit

Zur Wahl stehen zwei unterschiedliche Batterie-Größen mit 23,8 kWh und 42 kWh. Die kombinierte Reichweite nach WLTP wird mit 180 und 320 Kilometern angegeben. Wer den Fiat 500 im Alltagsgebrauch ausschließlich in der Stadt bewegt, kann mit der größeren Batterie auch deutlich über 400 Kilometer weit kommen. Der Verbrauch kann unter optimalen Bedingungen bei 13,3 kWh nach WLTP liegen. Bei Autobahntempo verhält es sich da leider anderes. Zwar kann der Fiat 500 bis zu 150 km/h schnell fahren, nur schwindet dort die Reichweite dann schnell. Also lieber mit dem Co-Driver auf die rechte Spur und entspannt cruisen. Andererseits legt der 500 ein ordentliches Tempo bei der Geschwindigkeit an der Ladesäule vor. An der Schnellladesäule und einer kleinen Espresso-Pause ist der 500 wieder auf 100 Prozent.

Ladezeiten

Ladetypabgegebene LeistungKapazitätLadezeit
(hh:mm)
Haushalts-Steckdose (AC)
230V Steckdose, Icon
bis 2,3 kW0–100 %
40–100 %
15:15
9:15
Wallbox, Ladesäule (AC, dreiphasig)
Typ2-Stecker, Icon
bis 11 kW0–100 %
40–80 %
4:15
2:35
Schnellladesäule (DC)
CCS-Stecker, Icon
bis 85 kW0–100 %
+50 km
0:35
0:05
AC = Wechselstrom, DC = Gleichstrom
Fiat 500, Icon, Ozean Grün 5CE, Seitenansicht

Der Fiat 500 ist ein Stromer auf den Punkt. Schnelles Langsamladen und One-Pedal-Driving gibt es serienmäßig. Zudem ist er noch immer klein, wendig und flott. Und das Beste: Als Cabrio perfektioniert er das leise Gleiten durch die Stadt und über Land.

Michael Blumenstein, Chefredakteur Autoflotte

Fiat 500: Varianten und Serienausstattung

Bei den Ausstattungsvarianten stehen die drei Versionen Action, Passion und Icon zur Wahl. Zur Markteinführung gibt es zusätzlich das üppig ausgestattetes Sondermodell La Prima.

  • ACTION – 15 Zoll Stahlfelgen, LED-Tagfahrlicht, Halogenscheinwerfer, 7 Zoll Digital-Cockpit, Smartphone-Halterung, Lichtsensor, Notbremsassistent, Spurhalteassistent, höhenverstellbarer Fahrersitz
  • PASSION – 15 Zoll Leichtmetallräder, 7 Zoll Infotainmentsystem mit digitalem Radioempfang (DAB+), Apple CarPlay und Android Auto (kabellos), Geschwindigkeitsregelanlage
  • ICON – 16 Zoll Leichtmetallräder, Softtouch-Lenkrad, 10,25 Zoll Infotainmentsystem mit Navigation, Klimaautomatik, Regensensor, elektronische Fensterheber, Schlüsselloser Zugang, Verkehrszeichenerkennung, Rücksitzbank geteilt umlegbar, Mode-3-Ladekabel
  • La Prima (Sondermodell) – 17 Zoll Leichtmetallräder, LED-Scheinwerfer, Panorama-Glasdach (bei Limousine), Lederausstattung, QI-Ladeschale für Smartphones, Rückfahrkamera, Fiat, Co-Driver, Totwinkelassistent, automatisch abblendender Innenspiegel, elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel

Lackierungen: 9 verschiedene Farben

Bei den Außenlackierungen kann man aus insgesamt neun Farbtönen wählen. Neben der schwarzen- und weißen Uni-Lackierung gibt es auch eine graue Matt- und verschiedene Metallic-Lackierungen. Eine davon ist das Ozean Grün unseres hier gezeigten Testfahrzeugs. Ein ziemlich facettenreicher Farbton. Je nach Lichtverhältnissen und Betrachtungswinkel geht das Grün in ein dunkles Blau über. Sehr spannend.

Sonderausstattung: Kaufempfehlung

Wer sich für den neuen Fiat 500 entscheidet, sollte auf keinen Fall vergessen die Sitzheizung mitzubestellen, für die mindestens 500 Euro fällig werden. Ebenso nützlich sind LED-Scheinwerfer (+1.000 Euro), die erfahrungsgemäß eine deutlich bessere Ausleuchtung bieten, als welche mit Halogenleuchtmittel.

Karosserievarianten: Limousine, Cabrio und 3+1

Beim neuen Fiat 500 hat man die Wahl zwischen drei verschiedenen Karosserien. Neben dem klassischen Dreitürer, gibt es das Cabrio mit einem elektrischen Faltverdeck, und ganz neu die Version 3+1. Die „3“ steht dabei für Fahrer- und Beifahrertür, sowie die Heckklappe. Die „+1“ ist eine zusätzliche Tür auf der Beifahrerseite, die sich gegenläufig öffnen lässt. Wofür und warum nur an der Beifahrerseite? Ganz einfach: Mit der kleinen Tür lässt sich beispielsweise der Kindersitz leichter erreichen, als über einen vorgeklappten Beifahrersitz. Eine praktische wenngleich auch sehr spezielle Lösung.

Fiat 500 3+1, mit gegenläufig öffnender Tür
Fiat 500 3+1 mit zusätzlicher Tür auf der Beifahrerseite

Preise: Neuer Fiat 500 ab 23.560 Euro

Auf den ersten Blick ist schon der Basispreis von 23.560 Euro, den Fiat für den 500 veranschlagt, kein echter Schnapper. Weiter gerechnet sortiert sich der Anschaffungspreis des rein elektrisch angetriebenen Fiat 500, Dank der Umweltprämie von 9.000 Euro, im Bereich seines Vorgängers (ab 13.637 Euro) ein. Meiner Meinung nach ein ziemlich fairer Kurs. Für diejenigen, die sich immer noch nicht für einen reinen Elektro-Fiat erwärmen können, wird der Vorgänger als Mild-Hybrid noch weiter produziert.

VarianteBatterieFiat 500 Limousine (2020), Ozean Grün
Limousine
Fiat 500 3+1 (2020), Rose Gold
3+1
Fiat 500 Cabriolet (2020), Arktis Weiß
Cabrio
ACTION23,8 kWh23.560 Euro
PASSION42,0 kWh27.560 Euro29.560 Euro30.560 Euro
ICON42,0 kWh29.560 Euro31.560 Euro32.560 Euro
La Prima (Sondermodell)42,0 kWh34.900 Euro37.900 Euro
Stand: November 2020, Preise mit 19 Prozent Mehrwertsteuer

Testwagen: Fiat 500 Icon 42 kWh, 87 kW/118 PS

Der Fiat 500, in der hier hier gezeigten Konfiguration, hat einen Listenpreis von 34.560 Euro. Zu den optionalen Extras zählen unter anderem die Metallic-Lackierung Ozean Grün (700 Euro), Chromzierleisten am an den Seitenfenstern (200 Euro), Armaturenbrett in Holzoptik (300 Euro) und die induktive Ladeschale für Smartphones (150 Euro). Hinzu kommen die Ausstattungspakete:

  • Co-Driver – Autonomes Fahren Level 2, Totwinkelassistent, Rückfahrkamera (1.500 Euro)
  • Magic Eye – LED-Scheinwerfer mit Fernlichtassistent, automatisch abblendender Innenspiegel (1.000 Euro)
  • Komfort – Mittelarmlehne, Staumöglichkeiten (350 Euro)
  • Winter – Sitzheizung (500 Euro)
  • Style – getönte hintere Scheiben (300 Euro)
Fiat 500 Icon, Daniel Przygoda

Fazit

Gut Ding will Weile haben: Bis zum neuen Fiat 500 hat es mehr als zwölf Jahre gedauert. Dafür ist das neue Modell genau zum richtigen Zeitpunkt auf den Markt gekommen. Dank der Fördermaßnahmen bekommt die Elektromobilität Schwung. Genau diesen bringt der neue Fiat 500 auf die Straße. Seinem Charme kann man einfach nicht widerstehen. Doch der kleine Italiener kann nicht nur schöne Augen machen. Viel wichtiger sind die technischen Qualitäten. Hier überrascht und überzeugt er auf ganzer Linie. Der Fiat bleibt sich selbst treu, und ist mit einem fairen Preis ein heißer Kandidat für ein nahezu perfektes Stadtauto mit hohem Sympathiefaktor, das sich sehen lassen kann.

Kritikpunkte? Fast zu vernachlässigen. Schön wären etwas größere Touchflächen bei dem sonst guten Infotainmentsystem. Praktisch wäre außerdem eine separate Verstaumöglichkeit für das Ladeequipment, die jedoch kaum eins der aktuell angebotenen E-Autos bietet. Wer sich für den neuen 500 entscheidet, macht es sicherlich mit dem Herz. Eine unvernünftige Entscheidung ist es aber keinesfalls.

Fotos: Matthias Luft, Daniel Przygoda

Video-Empfehlung: Fiat 500 Cabrio

Mein Kollege Bernd von Autonotizen durfte sich ebenfalls den neuen Fiat 500 ansehen. Sein Review macht Appetit auf die nächsten sonnigen Tage, denn in seinem Review stellt er die Cabrio-Version vor:

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Daniel Przygoda

Daniel Przygoda aus Dortmund ist im Automobilbereich als Projektingenieur und Journalist tätig. Sein beruflicher Background aus den Bereichen Forschung und Entwicklung bei verschiedenen OEMs sowie Dienstleistern mit fundiertem Fachwissen bringt er mit seiner Leidenschaft für Autos zusammen.

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