Den Ford Puma gibt es nun auch als Elektroversion. Er ist aktuell das kleinste Modell im Ford-Programm mit rein elektrischem Antrieb und markiert damit den Einstieg in die Elektromobilität der Marke. Doch was kann der Ford Puma Gen-E im Alltag wirklich? Wo liegen seine Stärken, wo die Schwächen und ist der vergleichsweise hohe Preis gerechtfertigt? Für wen eignet sich der Puma Gen-E tatsächlich?
Ford Puma Gen-E
- Elektro-Crossover mit 124 kW (168 PS) Leistung
- 4,22 m Länge (B-Segment)
- 364 km Reichweite (kombiniert laut WLTP)
- Preis ab 36.900 Euro
Mit dem Puma Gen-E elektrifiziert Ford seinen erfolgreichen Kompakt-Crossover. Die Basis ist bekannt, der Antrieb neu. Statt Dreizylinder-Benziner arbeitet hier ein rein elektrischer Antrieb. Im Modellprogramm ist der Puma Gen-E klar unterhalb von Explorer und Capri positioniert. Er richtet sich vor allem an Stadtpendler, kleine Familien und an Käufer, die erstmals vom Verbrenner auf ein Elektroauto umsteigen möchten.
Im Vergleich zu Wettbewerbern wie Peugeot e-2008, Opel Mokka Electric oder Ora 03 setzt Ford auf Effizienz und auf Nutzwert.
Video: Kurzvorstellung zum Ford Puma Gen-E
Design
- 17 bis 18 Zoll Leichtmetallräder (19 Zoll optional)
- LED-Scheinwerfer, Premium mit Matrix-LED-Scheinwerfer
Der Ford Puma in als Crossover ist seit 2019 auf dem Markt und wirkt optisch noch immer modern. Ende 2024 wurde die Elektro-Version Gen-E vorgestellt und bleibt klar als Puma erkennbar. Die wichtigste Änderung findet sich an der Front: Eine geschlossene Frontmaske ersetzt den klassischen Kühlergrill. Sie ist nicht nur ein Erkennungsmerkmal der Elektroversion, sondern verbessert auch die Aerodynamik und damit die Effizienz. Ein fehlender Auspuff und der weiße statt schwarze Puma-Schriftzug sind die wenigen Hinweise auf die Elektro-Version.

Maße und Gewichte
| Maße und Gewichte | Ford Puma Gen-E |
|---|---|
| Abmessungen | |
| Länge | 4,22 m |
| Breite, mit/ohne Außenspiegel | 1,93 m/1,81 m |
| Höhe | 1,56 m |
| Wendekreis | 10,5 m |
| Gepäckraum vorne (Frunk) | 43 l |
| Gepäckraum hinten | 523–1.283 l |
| Gewichte | |
| Leergewicht | 1.563 kg |
| Zuladung | 452 kg |
| zul. Gesamtgewicht | 2.015 kg |
| Anhängelast, gebremst/ungebremst | 750 kg/750 kg |
| Stützlast | 75 kg |
| Dachlast | 75 kg |


Innenraum
Der Innenraum des Ford Puma Gen-E wirkt aufgeräumt und sachlich. Materialien und Verarbeitung machen einen ordentlichen Eindruck, das zweifarbige Interieur lockert das Gesamtbild etwas auf. Weniger gelungen ist die Integration der Displays. Die beiden Bildschirme wirken optisch aufgesetzt und nicht wirklich ins Cockpit eingebettet.

Mittelkonsole mit vielen Ablagemöglichkeiten
Ein klarer Pluspunkt ist die Bauform der Mittelkonsole, die so ausschließlich der Elektroversion vorbehalten ist. Sie bietet großzügige Ablagen, eine kabellose Smartphone-Ladeschale sowie USB-Anschlüsse. Nicht so schön hingegen sind die schwarzen Hochglanz-Blenden, die im Alltag schnell schmuddelig aussehen und verkratzen.

Cockpit
- 12,8 Zoll großes digitales Kombiinstrument
- Zweispeichen-Multifunktionslenkrad mit physischen Tasten
Das Cockpit besteht aus einem 12,8 Zoll großen digitalen Kombiinstrument und einem Multifunktionslenkrad mit physischen Tasten. Ford setzt hier auf ein Kunstleder-bezogenes Zweispeichenlenkrad, das oben und unten abgeflacht ist. Es liegt gut in der Hand und erlaubt die Steuerung wichtiger Fahrzeugfunktionen, Assistenzsysteme und Medien. Das digitale Kombiinstrument ist übersichtlich gestaltet. Die Darstellung wirkt clean und zurückhaltend, ist aber gut ablesbar und liefert alle relevanten Informationen auf einen Blick.

Infotainment
- 12 Zoll großer Zentralbildschirm mit Ford SYNC 4
- Android Auto und Apple CarPlay kabellos
- Smartphone-Ladestation
Der zentrale Touchscreen misst 12 Zoll. Die Größe passt gut zum Fahrzeug und erleichtert die Bedienung. Physische Bedienelemente gibt es allerdings kaum noch. Ein separates Klimabedienteil fehlt vollständig. Positiv: Unterhalb des Displays sitzt ein echter Lautstärkeregler sowie drei Direktwahltasten für Fahrprogramme, Kamerasystem und Frontscheibenlüftung.

Die Bedienoberfläche selbst ist logisch aufgebaut. Die Klimafunktionen sind im unteren Bereich des Displays fixiert, Menüs sind nicht unnötig verschachtelt und Funktionen lassen sich schnell erreichen. Insgesamt ist die Bedienlogik besser gelöst, als es die geringe Zahl physischer Tasten zunächst vermuten lässt.
Smartphones lassen sich kabellos über Android Auto und Apple CarPlay einbinden. Eigene Apps für Navigation und Musik können so direkt über das Fahrzeug genutzt und gesteuert werden.

Sportsitze vorne
Der Verstellbereich von Sitz und Lenkrad fällt großzügig aus. Eine passende Sitzposition ist schnell gefunden, auch für unterschiedlich große Fahrer. Die Sitze selbst sind eher schmal geschnitten, bieten dafür aber einen guten Seitenhalt. Komfort und Ergonomie sind ordentlich.


Sitze hinten
Das Platzangebot im Fond entspricht dem, was man in dieser Fahrzeugklasse erwarten darf. Für Erwachsene wird es jedoch schnell eng. Die Beine stehen angewinkelt, was vor allem an der im Unterboden verbauten Antriebsbatterie liegt. Für kurze Strecken ist das in Ordnung, auf längeren Fahrten wird es jedoch bedingt zu empfehlen. Für Kinder passt das Raumangebot problemlos. Isofix-Halterungen mit Top-Tether sind an den äußeren beiden Plätzen vorhanden, sodass Kindersitze einfach und sicher montiert werden können. Sehr gut sind auch Ablagen in den Rücklehnen der Vordersitze und USB-Anschlüsse in der Mittelkonsole.
Kofferraum
- Kofferraumvolumen: 523 bis 1.278 Liter
- Ebene Ladefläche bei umgelegter Rücksitzbank
- Zusätzlicher Frunk mit 43 Liter Fassungsvermögen
Beim Thema Stauraum überrascht der Ford Puma Gen-E positiv. Auf den ersten Blick wirkt der Kofferraum nicht außergewöhnlich groß. Der eigentliche Trumpf verbirgt sich jedoch unter dem variablen Gepäckraumboden.

GigaBox: 145 Liter Stauraum unter dem Kofferraumboden
Der Stauraum unter dem variablen Gepäckraumboden ist im Puma überdurchschnittlich groß. Bei den Verbrenner-Versionen als MegaBox bekannt, legt Ford in der Elektroversion nochmals nach. Der Bereich wächst zur GigaBox und bietet 145 Liter zusätzliches Volumen. Der tiefe, robuste und auswaschbare Stauraum eignet sich ideal für nasse Gegenstände, Sportequipment oder Getränkekisten. Im Alltag ist das ein echter Mehrwert und ein klarer Vorteil gegenüber vielen Wettbewerbern in dieser Klasse.


Gepäckraum vorne (Frunk)
Zusätzlich bietet der Puma Gen-E einen separaten Stauraum unter der Fronthaube. Hier lassen sich Ladekabel, Warndreieck oder Erste-Hilfe-Set unterbringen. Besonders die separate Aufbewahrung des Ladekabels praktisch gelöst. Nach dem Laden muss es nicht zusammen mit dem restlichen Gepäck im Kofferraum verstaut werden.
Der 43 Liter große Frunk ist tief ausgeführt, sodass das Kabel schnell verstaut werden kann. Auch der Zugriff auf Warndreieck und Erste-Hilfe-Tasche.

Technische Daten
Für die Elektroversion bietet Ford für den Puma eine Leistungsstufe mit einer Batteriegröße an. Wie bei den Verbrenner-Angetrieben verfügt auch die Elektroversion über einen Frontantrieb. Der Elektromotor leistet 124 kW (168 PS). Genau dieser Antrieb kommt auch bei den Ford-Nutzfahrzeugen im Ford E-Transit Tourneo Courier zum Einsatz.
| Technische Daten | Ford Puma Gen-E Premium |
|---|---|
| Antriebsart | Frontantrieb (FWD) |
| Motorisierung | Elektroantrieb (BEV) |
| Motor | |
| Motorart | Elektromotor |
| Leistung (Systemleistung) | 124 kW/168 PS |
| Drehmoment (Systemleistung) | 290 Nm |
| Batterie | |
| Speichertechnik | Lithium-Ionen-NMC (Nickel-Mangan-Cobalt-Akkumulator) |
| Batteriekapazität, netto | 43 kWh |
| Fahrleistungen | |
| Beschleunigung, 0–100 km/h | 8,0 s |
| Höchstgeschwindigkeit | 160 km/h |
| Verbrauch, kombiniert (WLTP) | 14,5–13,7 kWh/100 km |
| Reichweite, kombiniert (WLTP) | 364 km |

Fahreindruck
Der Ford Puma Gen-E zeigt sich im Alltag unkompliziert und übersichtlich. Trotz der weitgehend auf den Zentralbildschirm ausgelagerten Funktionen bleibt die Bedienung während der Fahrt gut handhabbar. Die kompakte Karosserie sorgt für eine sehr gute Übersicht, die Abmessungen lassen sich leicht einschätzen. Zusätzlich unterstützt ein hochauflösendes 360-Grad-Kamerasystem beim Rangieren.

Das Fahrwerk ist wie von Ford gewohnt gut abgestimmt. Lenkung und Federung liefern eine präzise Rückmeldung, und der niedrige Schwerpunkt sorgt für ein sicheres, fast sportliches Fahrgefühl. Etwas mehr Antrittskraft hätte dem Puma Gen-E bei Beschleunigungen gut getan, denn trotz der 168 PS wirkt er etwas zurückhaltend. Effizienz scheint Ford hier klar Vorrang vor Dynamik gegeben zu haben.


Aktivierbarer 1-Pedal-Modus
Sehr praktisch im Stadtverkehr ist der L-Modus, der über den Lenksäulenhebel aktiviert wird. Eine noch stärkere Rekuperation lässt sich über den 1-Pedal-Modus über den Touchscreen aktivieren. Wird das Gaspedal losgelassen, verzögert der Puma stark, fast bis zum Stillstand. Das erleichtert das Fahren in der Stadt und senkt den Verbrauch.
Insgesamt wirkt der Puma Gen-E leicht, unaufgeregt und alltagstauglich – ein pragmatisches Elektroauto für den urbanen Einsatz.

Ladezeiten
| Ladetyp | Lade-Leistung | Lade-Zeit (h:mm) |
|---|---|---|
| Wechselstrom (AC) Wallbox, Ladesäule | 11 kW (3-phasig) | 4:45 0–100 % |
| Gleichstrom (DC) Schnellladestation | 100 kW | 0:24 10–80 % |

Preise und Ausstattung
Der Ford Puma Gen-E wird in zwei Ausstattungsvarinaten Puma Gen-E (ab 36.900 Euro) und den hier gezeigten Puma Gen-E Premium (ab 39.400 Euro) angeboten. Aktuell gibt es noch den Puma Gen-E als Sondermodell Sound Edition (ab 42.400 Euro).
Lackierungen und Räder
Sechs Farben stehen zur Wahl. Electric Yellow Metallic ist aufpreisfrei, die übrigen Lackierungen kosten 300 bis 950 Euro. Das Dach ist auch in Schwarz verfügbar (+500 Euro). Serienmäßig rollt der Puma Gen-E auf 17-Zoll-Leichtmetallrädern, in der Premium-Version auf 18 Zoll. Optional sind 19-Zoll-Räder verfügbar.

Serienausstattung Basis
- LED-Scheinwerfer
- Sportsitze
- Infotainment mit integriertem Navigationssystem
- Kabelloses Android Auto und Apple CarPlay
- Klimaautomatik
- Smartphone-Ladestation
Puma Gen-E Premium (Testwagen)
- 18-Zoll-Leichtmetallräder
- Matrix-LED-Scheinwerfer
- Schlüsselloses Zugangssystem
- Elektrische Heckklappe mit Sensorsteuerung
- Innenraum mit Leder-Mikrofaser-Polstern
- B&O Soundsystem


Sonderausstattung
- Winterpaket (+550 Euro)
Sitzheizung vorne, Lenkrad- und Frontscheibenheizung - Fahrerassistenz-Paket (+1.000 Euro)
Parksensoren vorne, 360-Grad-Kamerasystem, adaptive Geschwindigkeitsregelanlage mit Tempolimit-Anzeige, Toter-Winkel-Assistent, Querverkehrs-Warnung mit Notbrems-Funktion beim Rückwärts-Ausparken - Panorama-Glasschiebedach (+1.200 Euro)
- Abnehmbare Anhängerkupplung (+790 Euro)
Kaufempfehlung
Die Basisvariante ist bereits solide ausgestattet, für den Alltag fehlen jedoch einige Extras, die den Komfort deutlich erhöhen. Ein Must-Have ist das Winter-Paket mit Sitzheizung vorne, Lenkrad- und Frontscheibenheizung. Eine Wärmepumpe bietet Ford für den Puma Gen-E nicht an.

Vor- und Nachteile
Vorteile
- Sehr großzügige Platzverhältnisse und hohe Variabilität beim Gepäckraum
- Zusätzlicher Stauraum unter der Fronthaube (Frunk)
- Viele Ablagemöglichkeiten
- Effizienter Antrieb mit zuschaltbarer Rekuperation über 1-Pedal-Modus
- Gut abgestimmtes Fahrwerk
Nachteile
- Etwas zurückhaltender Antrieb
- Teils umständliches Bedienkonzept mit nur wenigen physischen Tasten und Drehreglern
- Nicht optimale Sitzposition für Erwachsene auf der Rücksitzbank
- Hoher Listenpreis

Kaufempfehlung: Für wen ist der Ford Puma Gen-E die richtige Wahl?
Der Puma Gen-E ist kein emotionales Elektroauto, sondern ein sehr vernünftiges, alltagstaugliches Fahrzeug. Er überzeugt mit Platz, Übersicht und solider Technik. Ideal ist er für: Stadtpendler, kleine Familien, Umsteiger vom Verbrenner und Fahrer, die unkompliziertes Fahren und effizienten Elektroantrieb bevorzugen. Längere Strecken sind dank Schnellladefunktion und vergleichsweise kurzen Ladezeiten möglich, stehen aber nicht im Fokus des Puma Gen-E. Sein Kerngebiet bleibt der urbane Alltag und kurze bis mittlere Pendelstrecken.

Fazit
Der Ford Puma Gen-E bringt alles mit, was ein kompaktes Elektroauto für die Stadt braucht. Besonders punktet er mit praktischem Stauraum, übersichtlicher Karosserie und Alltagstauglichkeit.
Abzüge gibt es beim Bedienkonzept: Touchscreen-lastig, wenige physische Tasten, Klimafunktionen und Radiosender könnten intuitiver erreichbar sein. Der Antrieb bietet genug Leistung für den Alltag, wirkt aber im Vergleich zu den Zahlen etwas zurückhaltend.
Trotzdem: Ford ist es gelungen, aus der Verbrenner-Basis ein rundes, solides Elektrofahrzeug zu machen, das vor allem auf Praktikabilität und Effizienz setzt.


