MG IM6 im Überblick
- Vollelektrisches Mittelklasse-SUV (D-Segment)
- Heck- und Allradantrieb
- Systemleistung 300 kW (407 PS) bis 553 kW (751 PS)
- Reichweite bis zu 625 km WLTP (Heckantrieb), bis zu 545 km (Allrad)
- Preis ab 56.990 Euro
Der MG IM6 ist das erste vollelektrische Premium-SUV der neuen IM-Produktlinie, kurz für „Intelligence in Motion“. Dahinter steckt eine eigenständige Marke: IM Motors wurde Ende 2020 als Gemeinschaftsunternehmen von SAIC Motor, dem Technologiekonzern Alibaba und der Zhangjiang Hi-Tech Park Development gegründet. Weil SAIC gleichzeitig auch Eigentümer von MG ist, bringt der Konzern die IM-Baureihe in Europa unter dem etablierten MG-Markendach an den Start, allerdings mit eigenständigem Logo statt des klassischen MG-Schriftzugs. Das Logo lässt sich als stilisiertes „I“ und „M“ lesen. Ebenso erinnert es an einen Morsecode.

Technische Basis ist eine 800-Volt-Architektur mit einer 100 kWh großen Batterie, die sich der MG IM6 mit dem Schwester-Modell MG IM5 teilt. Während der IM5 als flache Fastback-Limousine vor allem auf maximale Reichweite ausgelegt ist, setzt der IM6 auf SUV-Komfort, eine erhöhte Sitzposition, sowie einen geräumigen Innenraum mit großem Kofferraum.

Wettbewerber
Vom Format, der Ausstattung und den Fahrleistungen tritt der MG IM6 vor allem gegen diese Modelle an:
- Tesla Model Y
- Kia EV6
- Škoda Enyaq
- BYD Sealion 7
- Xpeng G9
- Polestar 4
Škoda Enyaq, BYD Sealion 7, Xpeng G9 und Polestar 4 hatte ich bereits im Test, alle vier Berichte findest Du oben verlinkt. Gerade der Xpeng G9 ist ein spannender Vergleich: Er war bislang der Vorreiter, wenn es um Ladeperformance ging, und passt auch von den Abmessungen gut zum IM6. Der Polestar 4 wiederum zeigt, wie ein europäisch positioniertes Elektro-SUV-Coupé aus demselben chinesischen Konzernumfeld unterwegs ist, was für einen direkten Vergleich zum IM6 ebenfalls spannend ist. Den Tesla Model Y musste ich bislang leider auslassen, kann ihn also nicht aus eigener Erfahrung einordnen. Optisch und konzeptionell sind sich Tesla und MG aber durchaus ähnlich, wobei der IM6 spürbar größer ausfällt. Der Tesla wirkt zudem deutlich reduzierter und puristischer, während der MG mit Massagesitzen, Ambientebeleuchtung und Panorama-Display klar den Premium-Gedanken verfolgt. Zum Kia EV6 hatte ich noch keinen eigenen Test, er zählt aber ebenfalls klar zum direkten Wettbewerbsumfeld.

Außendesign des MG IM6
Die Front des IM6 wirkt auf den ersten Blick vertraut. Die schmalen, weit in die Karosserie hineingezogenen Scheinwerfer erinnern nicht ganz zufällig an aktuelle Tesla-Modelle. Richtig eigenständig wird es dagegen am Heck, und das ist für mich klar die Schokoladenseite des Autos. Die durchgehende Lichtsignatur mit ihren schmalen Leuchtleisten hat einen leichten Schwung, der an britische Sportwagentradition à la Aston Martin denken lässt. Sehr edel, sehr eigenständig und meiner Meinung nach der stärkste Designmoment am ganzen Auto.

Insgesamt wirken die Proportionen stimmig. Eine sanft abfallende Dachlinie, weit ausgestellte Schultern und eine erhöhte Sitzposition sorgen für einen selbstbewussten, aber nie plumpen Auftritt. Rahmenlose Türen und bündig einfahrende Türgriffe unterstreichen den Premium-Anspruch der IM-Baureihe und tragen mit einem cW-Wert von 0,259 auch zur Aerodynamik bei. Bei den Farben bleibt es übersichtlich: Serienmäßig gibt es Weiß, dazu die aufpreispflichtigen Metallic-Lackierungen Schwarz, Blau und das hier gezeigte Grau „Rembrandt Grey“. Auch bei den Felgen unterscheiden sich die Antriebsvarianten leicht. Serienmäßig steht der IM6 auf 20-Zoll-Rädern. Wer es größer mag, kann bei der Allradversion optional 21-Zoll-Räder (Testwagen) im Drive Pack ordern, verzichtet aber auf Effizienz und Reichweite.

Maße und Gewichte des MG IM6
| Maße und Gewichte | MG IM6 Premium | MG IM6 Premium AWD |
|---|---|---|
| Abmessungen | ||
| Länge | 4,91 m | |
| Breite (exkl. Spiegel) | 1,99 m | |
| Höhe | 1,67 m | |
| Radstand | 2,95 m | |
| Wendekreis | 10,18 m | |
| Stauraum | ||
| Kofferraum hinten | 665 bis 1.640 l | |
| Frunk (Kofferraum vorne) | 32 l | |
| Gewichte | ||
| Leergewicht (fahrfertig) | 2.395 kg | 2.485 kg |
| Zuladung | 451 kg | |
| Zulässiges Gesamtgewicht | 2.771 kg | 2.861 kg |
| Anhängelast (gebremst/ungebremst) | 1.500 kg / 750 kg | |
| Stützlast | 75 kg | |
| Dachlast | 75 kg | |


Innenraum des MG IM6
Der Innenraum tritt mit sehr offensichtlichem Premium-Anspruch auf. Die Materialien fühlen sich angenehm weich an und wirken hochwertig verarbeitet. Ganz erreicht der IM6 den selbst gesteckten Premium-Anspruch für mein Empfinden noch nicht, insgesamt ist die Anmutung aber deutlich über dem, was man in dieser Preisklasse erwarten würde. Für Atmosphäre sorgt eine Ambientebeleuchtung, die sich individuell anpassen lässt.

Ein cleveres Detail sind die magnetischen Haltepunkte im Innenraum. Ich habe sie auf den Rückenlehnen der Vordersitze entdeckt, praktisch für alles, was die Passagiere auf der Rücksitzbank griffbereit haben wollen, und zusätzlich auf dem Gepäckraumboden. Akustisch zeigt sich der IM6 von seiner angenehmen Seite. Doppelt verglaste Scheiben, aktive Fahrgeräuschunterdrückung und ein Audio-System mit 20 Lautsprechern sorgen für ein bemerkenswert ruhiges Umfeld.


Cockpit des MG IM6
- 26,3 Zoll Panorama-Kombiinstrument
- 10,5 Zoll Zentral-Touchscreen (vertikal)

Die Rundumsicht nach vorne ist gut, nach hinten dagegen deutlich eingeschränkt. Die coupéhafte Silhouette sorgt dafür, dass der Sichtbereich nach hinten schmal und zudem recht hoch angesetzt ist. Den rückwärtigen Verkehr im Blick zu behalten, fällt entsprechend schwer. MG löst das clever: Eine Kamera auf dem Dach überträgt ihr Bild bei Bedarf ins Kombiinstrument, aktiviert wird sie einfach über die rechte Drehwalze am Lenkrad. Apropos Lenkrad, das wirkt auf den ersten Blick simpel, ist aber durchdacht gelöst.

Praktische Steuerung der Geschwindigkeitsregelanlage
Auf der Rückseite sitzen vier zusätzliche Tasten, angeordnet wie kleine Schaltwippen, mit denen sich Geschwindigkeit und Abstand des Tempomaten bequem und ohne Blick auf den Screen anpassen lassen. Ein kleines, aber richtig cleveres Detail, das die Vorderseite des Lenkrads gleichzeitig aufgeräumt hält.

An Assistenzsystemen ist praktisch alles an Bord, was der Markt aktuell hergibt: adaptive Tempo- und Abstandsregelung, Spurhalte- und Spurwechselassistent, Totwinkel- und Querverkehrswarner, Frontkollisionswarnung, Türöffnungswarnung und Aufmerksamkeitswarnung gehören serienmäßig zu beiden Ausstattungslinien.

Kameraeinblednungen beim Spurwechsel und Abbiegen sind hier sehr hilfreich. Und auch wenn das automatisierte Parken mittlerweile viele Autos können, beim IM6 ist die Bedienung der Funktion so einfach und schnell, dass sie selbst mit einem geübten Fahrer mithält.



Infotainmentsystem des MG IM6
- 10,5-Zoll Touchscreen
- Integriertes Navigationssystem
- Kabelloses Apple CarPlay und Android Auto
- MG-iSMART-App mit Fernzugriff auf Standort, Ladezustand, Klimatisierung und Digital Key
- USB-C-Anschlüsse vorn und hinten, 50-Watt-Wireless-Charging
- Soundsystem mit 20 Lautsprechern
Die Bedienung weiterer Funktionen läuft fast ausschließlich über den Touchscreen, physische Tasten gibt es leider nicht. Die Menüstruktur ist gut durchdacht und logisch aufgebaut, auch Lade- und Reaktionszeiten des Systems passen. Der Wermutstropfen: Weil das Display flach in die Mittelkonsole eingelassen ist, muss der Blick beim Bedienen deutlich nach unten wandern. Das ist zwar gut für die Erreichbarkeit der Bedienelemente, sorgt aber während der Fahrt für spürbar mehr Ablenkung, als es ein höher positioniertes Display täte.

Sitze vorne im MG IM6
- Fahrersitz 12-fach elektrisch verstellbar mit Memory- und Easy-Access-Funktion
- Beifahrersitz 6-fach elektrisch verstellbar
- Sitzheizung und Sitzbelüftung vorn (Serie)
- Massagefunktion vorn (Serie)

Sehr bequeme Sitze mit ordentlichem Seitenhalt und ergonomischer Ausgestaltung. Auf der längeren Testroute machte die Sitzposition einen guten Eindruck. Der Fahrersitz verfügt zusätzlich über eine elektrisch einstellbare Lordosenstütze sowie eine 4-fach verstellbare Oberschenkelauflage, die auf langen Strecken zusätzlichen Komfort bringt.

Sitze hinten im MG IM6
Auch im Fond geht es großzügig zu. Dank des 2,95 Meter langen Radstands bietet die zweite Reihe reichlich Bein- und Kniefreiheit. Die Rückenlehne lässt sich im Winkel anpassen, die äußeren Sitze sind beheizbar. Auf der Rückbank gibt es zwar eigene Luftausströmer, eine eigene Bedieneinheit für eine dritte Zone gibt es hinten aber nicht.


Isofix-Halterung
Isofix mit Top-Tether ist an den beiden äußeren Plätzen der Rücksitzbank vorhanden, dort lassen sich problemlos zwei Kindersitze montieren. Die Zugänglichkeit ist gut, da die Haltepunkte direkt erreichbar sind und nicht erst hinter einer Kappe oder einem Reißverschluss versteckt werden müssen.

Kofferraum des MG IM6
- Volumen 665 bis 1.640 l (Rücksitzlehne umgeklappt)
- Elektrische Heckklappe mit Fußsensor
- Rücksitzlehne teilbar im Verhältnis 60:40

Hinter der großen Heckklappe warten bis zu 665 Liter Ladevolumen, umgeklappt wächst das Ladeabteil auf bis zu 1.640 Liter. Mit dem Drive Pack reduziert sich das Volumen geringfügig auf 646 beziehungsweise 1.621 Liter, weil dort die adaptive Luftfederung etwas mehr Platz beansprucht. Im direkten Vergleich zur Konkurrenz ist das solide, aber nicht überragend. Der Tesla Model Y fasst mit 836 Litern spürbar mehr, der BYD Sealion 7 und der Kia EV6 liegen dagegen mit rund 520 beziehungsweise 490 Litern hinter dem IM6.


Frunk
Die Fronthaube öffnet sich manuell, dahinter kommt ein 32 Liter großer Frunk mit einem separaten Kunststoffdeckel zum Vorschein. Dieser Deckel wirkte etwas wackelig und machte keinen ganz so wertigen Eindruck. Der zusätzliche Stauraum ist aber sehr nützlich: Reifenreparaturset und Warndreieck sind hier immer griffbereit, und auch das Ladekabel lässt sich gut im Frunk unterbringen, statt im Kofferraum mit dem restlichen Gepäck untergebracht zu werden.
Technische Daten des MG IM6
| Technische Daten | MG IM6 Premium | MG IM6 Premium AWD |
|---|---|---|
| Antrieb | ||
| Antriebsart | Heckantrieb (RWD) | Allradantrieb (AWD) |
| Motorisierung | Vollelektrisch (BEV) | |
| Motor | ||
| Motorart | Synchronmotor (Heck) | Synchronmotor (Front und Heck) |
| Leistung (System) | 300 kW / 407 PS | 553 kW / 751 PS |
| Drehmoment (System) | 500 Nm | 802 Nm |
| Getriebe | ||
| Getriebe | 1-Gang-Festübersetzung | |
| Fahrwerk und Bremsen | ||
| Vorderradaufhängung | Doppelquerlenker | |
| Hinterradaufhängung | Multilink-Einzelradaufhängung | |
| Bremsen | Belüftete Scheibenbremsen, vorn 365 mm mit 4-Kolben-Sätteln, hinten 356 mm mit Einkolben-Sätteln | |
| Batterie | ||
| Speichertechnik | NMC (Nickel-Mangan-Cobalt) | |
| Batteriekapazität (brutto/netto) | 100 kWh / 96,5 kWh | |
| Fahrleistungen | ||
| Beschleunigung 0 bis 100 km/h | 5,4 s | 3,5 s |
| Höchstgeschwindigkeit | 235 km/h | 239 km/h |
| Verbrauch und Reichweite (WLTP) | ||
| Verbrauch kombiniert | 18,2 kWh/100 km | 21,7 bis 23,4 kWh/100 km |
| CO₂-Emissionen kombiniert | 0 g/km | |
| Reichweite kombiniert | 625 km | 545 km (505 km mit Drive Pack) |
| Service und Garantie | ||
| Serviceintervall | 1 Jahr / 24.000 km | |
| Garantie | 7 Jahre / 150.000 km | |
Fahreindruck: So fährt sich der MG IM6
Trotz seiner Größe wirkt der IM6 schon beim Losfahren und Rangieren erstaunlich handlich. Der Hauptgrund dafür ist die serienmäßige Hinterachslenkung, die bei niedrigem Tempo bis zu +/- 6 Grad gegenläufig zu den Vorderrädern einschlägt und den Wendekreis auf nur 10,18 Meter drückt. In Kombination mit dem Kamerasystem hat man das knapp fünf Meter lange SUV gut unter Kontrolle.

Wendigkeit und Agilität durch Allradlenkung
Die Allradlenkung ist aber nicht nur für die Handlichkeit im Alltag ein echter Gamechanger, sondern verleiht dem IM6 zusätzliche Agilität. Enge Serpentinenstraßen in Kombination mit dem drehmomentstarken Elektroantrieb kann man durchaus auch etwas sportlicher nehmen. Diese sportliche Seite wird im Alltag wohl selten abgerufen, funktioniert aber tadellos, wenn man sie einmal fordert. Eine Zusatzfunktion bei der Allradlenkung ist der sogenannte Crab Mode, bei dem Vorder- und Hinterräder parallel einschlagen und sich der IM6 diagonal bewegen lässt. Ein Gimmick, das selten zum Einsatz kommen dürfte, im Zweifel aber für einen echten Aha-Effekt sorgt.


Akustik: Niedriges Geräuschniveau im Innenraum
Auf der Autobahn überzeugt der IM6 dagegen ohne Wenn und Aber. Der lange Radstand sorgt für eine ruhige, satte Straßenlage. Getestet werden konnte aufgrund von Tempolimits nur bis 130 km/h, doch schon in diesem Bereich fielen die Windgeräusche unauffällig niedrig aus. Akustik und Dämmung liegen insgesamt auf hohem Niveau, sodass sich auch längere Strecken entspannt abspulen lassen. Ein echter Kritikpunkt bleibt die Rekuperation: Sie lässt sich zwar einstellen, war im Testwagen insgesamt aber eher schwach ausgelegt. Auf Landstraße und Autobahn stört das kaum, in der Stadt hätte ich mir dagegen ein aktivierbares One-Pedal-Driving gewünscht, um wirklich entspannt mit einem Pedal fahren zu können.
Ladezeiten des MG IM6
| Stecker, Ladetyp | Max. Ladeleistung | Lade-Zeit (h:mm) |
|---|---|---|
| Typ 2 Wechselstrom (AC) Wallbox, Ladesäule | 11 kW | ca. 8:45 0–100 % |
| CCS Gleichstrom (DC) Schnellladestation | 396 kW | ca. 0:17 10–80 % |

Preise und Ausstattung des MG IM6
Der MG IM6 startet in Deutschland als Premium mit Heckantrieb (300 kW/407 PS) bei 56.990 Euro. Die leistungsstärkere Allradversion Premium AWD (553 kW/751 PS) ist ab 60.990 Euro erhältlich. Die Modellstruktur ist sehr schlank gehalten. Statt einer langen Aufpreisliste gibt es im Kern nur wenige Optionen: Für die Allradversion steht zusätzlich das Drive Pack mit adaptiver Luftfederung und 21-Zoll-Rädern für 2.000 Euro zur Wahl, Metallic-Lackierung kostet 790 Euro und eine helle Innenausstattung 650 Euro.
Die Garantie liegt bei 7 Jahren beziehungsweise 150.000 Kilometern, das Serviceintervall bei 1 Jahr beziehungsweise 24.000 Kilometern.
Serienausstattung (Ausstattungs-Highlights)
- 26,3-Zoll-Kombiinstrument und 10,5-Zoll-Zentral-Touchscreen
- Adaptive Tempo- und Abstandsregelung, Spurhalte- und Spurwechselassistent, Totwinkel- und Querverkehrswarner
- One-Touch-iAD-Parkassistent mit 360-Grad-Kamera und Allradlenkung
- Beheiz- und belüftbare Vordersitze mit Memory-Funktion und Massagefunktion
- Panorama-Glasdach und Akustikverglasung
- Audio-System mit 20 Lautsprechern, kabelloses Apple CarPlay/Android Auto, 50-W-Wireless-Charging
- MG iSMART mit App-Fernzugriff und Bluetooth-Schlüssel

Kaufempfehlung
Bei der Kaufentscheidung wird vor allem die Reichweite bei den beiden Antriebsvarianten deutlich. Die Allradvariante büßt gegenüber der Heckantriebs-Version deutlich Reichweite ein, was durch die starke Ladeperformance zwar relativiert wird, aber eben nicht komplett verschwindet. Dazu kommt, dass die AWD-Version durch ihr höheres Gewicht im Alltag etwas weniger wendig ist. Wer nicht zwingend auf die zusätzliche Traktion und die fast schon absurd hohe Gesamtleistung von 751 PS angewiesen ist, dem sollte die Heckantriebs-Variante völlig reichen und sie ist obendrein die deutlich effizientere Wahl. Nur wer regelmäßig maximale Fahrdynamik oder mehr Traktion braucht, sollte zur Allradversion greifen.

Stärken und Schwächen des MG IM6
Vorteile
- Schnelles Laden von 10–80 % in nur 17 Minuten mit bis zu 396 kW
- Präzise Fahrerassistenzsysteme und gutes Kamerasystem
- Clevere Tempomat-Steuerung am Lenkrad
- Schnelles und einfach zu bedienendes automatisches Einparken
- Zuverlässige Fußgängererkennung
- Sehr wendig dank Hinterachslenkung
- Langstreckentaugliche Fahrleistungen mit über 235 km/h Höchstgeschwindigkeit
- Umfangreiche Serienausstattung
- 7 Jahre Garantie
Nachteile
- Eingeschränkte Sicht nach hinten
- Fast nur Touch-Bedienung, kaum Tasten
- Keine Matrix-LED-Scheinwerfer
- AC-Laden nur bis 11 kW
- Hoher Verbrauch bei der Allrad-Version
- Schwache Rekuperation, kein One-Pedal-Driving

Häufige Fragen zum MG IM6
Der MG IM6 startet als Heckantriebs-Version mit 300 kW (407 PS) bei 56.990 Euro. Die Allradversion mit 553 kW (751 PS) ist ab 60.990 Euro erhältlich.
Nach WLTP schafft die Heckantriebs-Version bis zu 625 Kilometer mit einer Akkuladung. Die Allradversion kommt je nach Ausstattung auf 505 bis 545 Kilometer.
Dank 800-Volt-Architektur lädt der IM6 an geeigneten Schnellladesäulen mit bis zu 396 kW. Unter optimalen Bedingungen dauert der Ladehub von 10 auf 80 Prozent rund 17 Minuten. An einer normalen Wallbox mit 11 kW AC dauert eine volle Ladung von 0 auf 100 Prozent dagegen rund 8:45 Stunden.
Beide Modelle teilen sich Antriebstechnik und 100-kWh-Batterie, unterscheiden sich aber in der Karosserie. Der IM5 ist eine flache, reichweitenstarke Fastback-Limousine, der IM6 ein SUV mit erhöhter Sitzposition, mehr Variabilität und bis zu 1.640 Litern Kofferraumvolumen.
Der IM6 bietet Platz für fünf Personen. Der Kofferraum fasst 665 Liter, mit umgeklappter Rücksitzlehne im Verhältnis 60:40 wächst das Volumen auf bis zu 1.640 Liter. Dazu kommt ein 32 Liter großer Frunk unter der Fronthaube.
Die Heckantriebs-Version des MG IM6 leistet 300 kW (407 PS), die Allradversion mit zwei Elektromotoren kommt auf bis zu 553 kW (751 PS) und 802 Nm Drehmoment.
Der MG IM6 Premium mit Heckantrieb beschleunigt in 5,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Allradversion Premium AWD schafft diesen Sprint dank 751 PS in nur 3,5 Sekunden.
Für die meisten reicht die günstigere Heckantriebs-Version völlig aus, sie bietet mehr Reichweite und ist im Alltag etwas wendiger. Die Allradversion lohnt sich vor allem für alle, die regelmäßig maximale Traktion oder Fahrdynamik präferieren.
Ja, der MG IM6 darf ungebremste Anhänger bis 750 Kilogramm und gebremste Anhänger bis 1.500 Kilogramm ziehen. Die Stütz- und Dachlast liegen jeweils bei 75 Kilogramm.
Grundsätzlich ja: Der MG IM6 bietet viel Platz für fünf Personen, gut zugängliche Isofix-Punkte mit Top-Tether auf der Rücksitzbank und bis zu 1.640 Liter Kofferraumvolumen. Mit seiner hohen Reichweite (bis 625 km) und der schnellen Ladezeit von 17 Minuten (10–80 %) eignet er sich besonders als Erstwagen.
Ja, der MG IM6 zählt zu den direkten Wettbewerbern des Tesla Model Y, fällt dabei aber spürbar größer aus und setzt mit Massagesitzen, Ambientebeleuchtung und Panorama-Display deutlich stärker auf einen Premium-Anspruch als der eher reduzierte Tesla.
Der Crab Mode wird vor allem für sehr enges Rangieren gebraucht, etwa beim seitlichen Herausmanövrieren aus einer engen Parklücke. Möglich macht das die Allradlenkung des MG IM6: Vorder- und Hinterräder schlagen dabei parallel im selben Winkel ein, sodass sich das Fahrzeug diagonal statt in einer klassischen Kurve bewegt.
Fazit zum MG IM6
Was ist Premium? Die bessere Frage wäre: Was ist technisch möglich? Mit der IM-Produktlinie zeigt MG genau das und zielt vor allem auf Premium-Hightech-Features wie schnelles Laden, umfangreiche Assistenzsysteme und innovative Fahrwerkstechnik, allen voran die serienmäßige Hinterachslenkung. Am meisten überzeugt hat mich, wie souverän der IM6 trotz seiner Größe um die Kurven geht. Das hohe Level an Komfort und die durchdachten Technik-Lösungen sind beeindruckend und erleichtern das Fahren. Vor allem auf langen Strecken wird der komfortable SUV punkten können. Entspannter Innenraum, Assistenzsysteme, top Akustik und vor allem die schnellen Ladezeiten sind ein echter Gamechanger und bringen MG nun auf ein Level mit den bislang gehypten Modellen von Xpeng & Co. Nicht zu vergessen ist der Top-Speed. Wer gerne schnell fährt, kann das auch! Denn abgeriegelt wird frühestens bei 235 km/h! Da wird der MG vielen sein hübsches Heck präsentieren können!
Etwas getrübt wird der Eindruck durch die fast ausschließliche Touch-Bedienung und die schwache Rekuperation, die im Alltag echtes One-Pedal-Fahren vermissen lässt. Wer damit leben kann, bekommt mit dem IM6 ein technisch beeindruckendes und sehr eigenständiges Elektro-SUV, das vor allem preislich viele etablierte Marken alt aussehen lässt. Für die meisten reicht dabei die günstigere Heckantriebs-Variante völlig aus, nur wer wirklich auf maximale Leistung und Traktion angewiesen ist, sollte zur Allradversion greifen.

Fotos: Guillaume Talbot, Daniel Przygoda

