Suzuki Swace Hybrid (HEV) Kaufberatung - Kombi, Kaufberatung
Alltags-Check, Fahrbericht, Suzuki

Suzuki Swace – Familien-Kombi mit Hybrid-Antrieb im Test. Eine gelungene Diesel-Alternative?

Ein praktischer Kombi mit effizientem Hybrid-Antrieb, der nicht an die Steckdose muss? Mit dem 122 PS starken Vollhybrid bietet Suzuki mit dem neuen Swace ein langstreckentaugliches Familienauto mit kompletter Serienausstattung an. Ein gelungenes Paket? Wie sich der neue Suzuki Swace im Alltag schlägt und ob sich ein Kauf lohnt, zeigt dieser ausführliche Fahrbericht.

Hybrid als Diesel-Alternative

Der Diesel gilt als einer der besonders effizienten Antriebe und rechnet sich vor allem für Vielfahrer. Mal eben an die Tankstelle und schnell wieder weiter: Das geht bei elektrifizierten Autos noch nicht so leicht! Oder doch? Die größtmögliche Flexibilität jederzeit eine Tankstelle aufsuchen zu können, bieten aktuell auch Autos mit Hybrid-Antrieb. Vollhybride, also Hybrid Electric Vehicle (HEV) sind Fahrzeuge, die nicht nicht an die Steckdose oder Wallbox kommen, sondern ihren Strom selber erzeugen. Durch das Zusammenspiel von Elektro- und Benzinmotor kann ein solches Fahrzeug in einem besonders effizienten Arbeitsfenster betrieben werden, was für einen niedrigen Kraftstoffverbrauch und geringe Emissionen sorgt.

Suzuki Swace Hybrid Kombi (2021/2022) Comfort+ in White Pearl Crystal Shine

Suzuki Swace: Kompaktklasse-Kombi mit ausgereiftem Hybrid-Antrieb

Der Suzuki Swace wird seit Ende 2020 in Deutschland angeboten und zählt zur Fahrzeugkategorie der Kompaktklasse. Seine Gesamtlänge beträgt 4,66 Meter. Suzuki bietet den Swace ausschließlich als Kombi an. Antriebsseitig verfügt der Japaner über ein Hybridsystem, welches sich aus einem Benzin- und Elektromotor zusammensetzt. Beim Getriebe kommt ein stufenloses CVT-Automatikgetriebe zum Einsatz. Die Systemleistung des Vollhybrid beträgt 122 PS.

Produziert wird der Suzuki Swace von Toyota und ist weitestgehend baugleich mit dem Toyota Corolla Touring Sports. Toyota selbst zählt zu den Vorreitern der Hybrid-Technik und hat mit dieser Antrieb mehr als 20 Jahre Erfahrung sammeln können. Vom wohl bekanntesten Hybrid-Modell, dem Toyota Prius, stammt auch diese Antriebstechnik. Der Prius gilt als besonders zuverlässig und sehr effizient und wird sogar in vielen Taxi-Flotten eingesetzt.

Suzuki Swace und Toyota Corolla (baugleich)
Der Suzuki Swace ist baugleich mit dem Toyota Corolla Touring Sports

Innenraum

Wer in den Suzuki Swace einsteigt wird von einem aufgeräumten Innenraum empfangen. Die Materialien sind sorgfältig verarbeitet und fühlen sich angenehm an. Schöne Details, wie farblich abgesetzte Ziernähte auf dem schlank gestalteten Armaturenbrett machen einen wertigen Eindruck. Die Bedienelemente sind übersichtlich und logisch angeordnet. Das Cockpit setzt sich aus einer Kombination aus analogen Zeigerinstrumenten und einer Digitaleinheit zusammen. Klassisch angezeigt werden Motordrehzahl, Tank und Motortemperatur. Die Geschwindigkeit wird digital auf einem zentralen 7 Zoll großen Display angezeigt. Des Weiteren werden hier auch Informationen, wie das Tempolimit der Verkehrszeichenerkennung angezeigt. Über verschiedene Anzeigenoptionen lassen sich zudem Verbrauchswerte, der Energiefluss des Hybrid-Systems oder Navigationshinweise einblenden.

Innenraum im Suzuki Swace

Die Bedienung des Multifunktionsdisplays erfolgt über Tasten am Lenkrad. Genau wie die beiden vorderen Sitze lassen sich auch die Griffflächen des Lenkrads beheizen. Die Sitze selbst sind sehr bequem und verfügen über einen guten Seitenhalt. Vor allem der Schulterbereich ist gut ausgeformt. Die Verstellung der Rückenlehne und der Sitzhöhe erfolgt über Hebel. In Sachen Komfort gibt es neben der zweistufigen Sitzheizung für Fahrer und Beifahrer zusätzlich eine getrennt voneinander regelbare Klimaautomatik.

Infotainmentsystem mit Smartphone-Anbindung

Das Infotainmentsystem im Suzuki Swace wird über einen Touchscreen gesteuert. Dieser ist 8 Zoll groß und ist auf einer angenehmen Höhe zentral auf dem Armaturenbrett platziert. Drehregler und Direktwahltasten erleichtern die Bedienung. Radiosender empfängt das Infotainmentsystem digital über DAB+. Ein integriertes Navigationssystem gibt es nicht. Stattdessen lassen sich über das eigene Smartphone die Funktionen von Android Auto und Appel CarPlay nutzen. Mit dieser erweiterten Smartphone-Integration kann dann beispielsweise mit Google Maps navigiert werden. Auch andere ausgewählte Apps lassen so direkt über das Fahrzeug nutzen. Musik-Streaming-Apps wie Spotify können dann bequem über den Touchscreen oder per Sprachbefehl gesteuert und wiedergegeben werden. Hierfür muss man sein Smartphone einfach per USB-Kabel anschließen.

Zusätzlich gibt es unterhalb des Armaturenbretts eine Ladeschale für induktives Laden. Wer über ein QI-fähiges Gerät verfügt, kann sich das Handling mit den Kabeln sparen und das Smartphone kabellos laden, muss dann aber ohne Android Auto und Apple CarPlay auskommen.

Kofferraum

Besonders wichtiges Kaufargument bei einem Kombi ist der Kofferraum. Hinter der großen Heckklappe gibt es ein 596 Liter fassendes Gepäckabteil. Einfach zwei große Kommoden einladen? Kein Problem! Bei umgelegter Rücksitzbank passen bis zu 1.606 Liter rein. Das Umlegen selbst geht im Handumdrehen. Vom geöffneten Kofferraum aus lassen sich die beiden Teile der Rücksitzbank über eine Fernentriegelung umklappen.

Besonders schön ist die nahezu ebene Ladefläche. Die weit nach unten ausgeschnittene Kofferraumöffnung mit der tiefen Ladekannte erleichtert das Beladen. Praktisches Kombi-Zubehör, wie die Laderaumabdeckung und ein Gepäcknetz findet in einem separaten Ablagefach im Kofferraumboden platz. Etwas friemelig ist das Sauberhalten. Krümel und Dreck halten sich leider ziemlich hartnäckig im Teppich fest. Selbst mit einem kräftigem Staubsauger oder einer harten Bürste müht man sich ab.

Kofferraum mit ebener Ladefläche bei umgelegter Rückenlehne der Sitzbank
Das Kofferraumvolumen beträgt 596 bis 1.606 Liter und bietet eine ebene Ladefläche.

Maße und Gewichte

Länge4,66 m
Breite1,79 m
Höhe1,44 m
Leergewicht1.475 kg
Zuladung360 kg
Anhängelast, gebremst750 kg
Anhängelast, ungebremst450 kg
Stützlast75 kg
LED-Rückleuchten und 16 Zoll Leichtmetallräder

Antrieb: Suzuki Swace 1.8 Hybrid CVT-Automatikgetriebe

Der Hybridantrieb im Suzuki Swace setzt sich aus einem Vierzylinder Benzin Saugmotor mit 1,8 Litern Hubraum und einem Elektromotor zusammen. Die Systemleistung des Hybridantriebs beträgt 90 kW (122 PS). Sogar rein elektrisches Fahren über kurze Strecken ist möglich.

Motor Hybridantrieb Suzuki Swace (Toyota)

Der Vollhybrid kommt ganz ohne Stecker aus. Der Elektroantrieb verrichtet gemeinsam mit einem Benzinmotor die Antriebsarbeit. Es ist ein in sich geschlossenes System, bei dem beide Antriebe ihre Stärken ausspielen. Bei verbrauchsintensiven Situationen, wie dem Anfahren, kommt der Elektromotor zum Einsatz. Wird mehr Leistung benötigt, weil elektrische Energie fehlt, schaltet sich der Verbrennungsmotor hinzu.

Anstatt die Batterien per Kabel – wie bei einem Plug-in Hybrid – für ein paar Kilometer Reichweite aufzuladen, erledigt das der Antrieb im Swace selbst. Zum einen durch den Generatorbetrieb, bei dem der Verbrennungsmotor Energie an die Batterie abgibt sowie durch Rekuperation. Diese entsteht unter anderem im Schubbetrieb oder beim Bremsen. Die sonst nicht genutzte Energie wird in die Batterie gespeist. Dies klingt kompliziert, ähnelt aber dem Prinzip eines Dynamos beim Fahrrad.

Technische DatenSuzuki Swace Hybrid
Verbrennerantrieb
Motor1.8 4-Zylinder Benzin Saugmotor
Leistung72 kW (98 PS)
Drehmoment142 Nm
Elektroantrieb
Leistung53 kW
Drehmoment163 Nm
BatterieLithium-Ionen 1,3 kWh
AntriebFrontantrieb
GetriebeStufenloses CVT-Automatikgetriebe
Systemleistung90 kW (122 PS)
Fahrleistungen
Beschleunigung11,1 s
Höchstgeschwindigkeit180 km/h
Kraftstoffverbrauch (NEFZ)3,4 l/100 km
Hybrid Funktionsweise/Animation (Energiemonitor)
Die Funktionsweise des Hybridantriebs kann man sich während der Fahrt anzeigen lassen.

Fahreindruck

Nahezu lautlos beginnt die Fahrt im Suzuki Swace. Das Anfahren geschieht zumeist rein elektrisch. Im Fahrbetrieb schaltet sich dann immer mal wieder der Verbrennermotor hinzu. Dieser lädt zum einen die Batterie, gibt aber zusätzlich auch Kraft an die Antriebsachse ab. Den Wechsel regelt die Antreibselektronik. Um dies besser zu verstehen, lohnt es sich den Energiemotor zu aktivieren. Hier wird anschaulich gezeigt, wann welcher Motor läuft und wohin welche Energie geleitet wird.

Lenkrad und Digitaltacho im Suzuki Swace, Armaturenbrett (Comfort+)

Einfluss auf die Fahrcharakteristik hat man über einen Fahrmodi-Schalter. Neben Normal gibt es die Fahrprogramme Eco und Sport. Über einen separaten EV-Schalter kann man – abhängig vom Batteriestand – auch vorwiegend elektrisch fahren. Doch eigentlich muss man so gut wie gar nicht in die Antriebselektronik eingreifen. Der Suzuki Swace regelt das Zusammenspiel sehr sinnvoll.

Dennoch sollte man seinen Fahrstil auf den Hybrid-Antrieb anpassen. Nach kurzer Zeit hat man den Dreh raus, wie Elektro- und Verbrennerantrieb zusammenarbeiten. Es macht sogar großen Spaß den Swace bewusst und vorausschauend zu bewegen. Anfangs wirkt das alles sehr technisch aber letztlich fährt es sich unkompliziert und äußerst komfortabel. Vor allem das sanfte rein elektrische Anfahren ist klasse.

Suzuki Swace, Daniel Przygoda

Verbrauch im Alltag

Der Kraftstoffverbrauch für den Suzuki Swace wird mit 3,4 Litern auf 100 Kilometern angegeben. Der kombinierte Wert wurde noch nach dem alten Messverfahren NEFZ ermittelt. Eine Verbrauchsangabe nach der neuen praxisnäheren Messmethode WLTP lag für diesen Fahrzeugtyp leider nicht vor. In der Praxis konnte ich trotz winterlicher Temperaturen bei vorsichtiger Fahrweise Verbrauchswerte von unter 5 Litern erreichen. Selbst bei flott gefahrenen Etappen auf der Autobahn lag der Verbrauch bei etwa 5,5 Litern. Insgesamt erreichte ich einen Durchschnittswert von 5,3 Litern Benzin auf 100 Kilometern, was für ein Fahrzeug dieser Klasse unter den Rahmenbedingungen dennoch sehr sparsam ist.

Preise: Suzuki Swace Comfort+ für 31.350 Euro

Ein nackt ausgestattetes Auto braucht man nicht fürchten. Suzuki hat für den Swace ein umfangreich ausgestattetes Ausstattungspaket geschnürt. Der Suzuki Swace wird in Deutschaland nur in der Ausstattungslinie Comfort+ angeboten. Der Listenpreis beträgt 31.350 Euro. Damit ist der Suzuki Swace knapp 1.500 Euro teurer als ein vergleichbarer Toyota Corolla. Suzuki gewährt für den Swace eine Herstellergarantie von drei Jahren.

Umfangreiche Serienausstattung

Zur den serienmäßigen Ausstattungsoptionen zählen unter anderem die 16 Zoll großen Leichtmetallräder, LED-Scheinwerfer, Klimaautomatik und Sitzheizung für die vorderen Sitze. Parksensoren vorne und hinten unterstützen beim Rangieren und Parken. Während der Fahrt unterstützen eine große Palette von Sicherheits- und Fahrerassistenzsystemen den Fahrer. Dazu zählen unter anderem eine Verkehrszeichenerkennung, adaptive Geschwindigkeitsregelanlage und ein Spurhaltesystem. Aussuchen braucht man sich nur die Lackierung. Neben weiß gibt es noch sechs aufpreispflichtige Metallic-Lacke.

16 Zoll Leichtmetallräder original Suzuki, Yokohama WInterreifen
16 Zoll große Leichtmetallräder gehören zur umfangreichen Serienausstattung des Suzuki Swace

Der Suzuki Swace ist ein gut ausgestatteter Kompaktkombi für Menschen mit Freude am effizienten Fahren. Das kann der Hybridantrieb sehr gut, Dynamik liegt ihm nicht. Leider verhindert die Preisgestaltung einen Kauftipp. Der baugleiche Toyota Corolla ist mit vergleichbarer Ausstattung etwas günstiger.

Bernd Conrad, Autonotizen

Fazit

Der Suzuki Swace Hybrid hat sich als durchweg praktisches Auto präsentiert. Bei den Kriterien, die einen guten Kombi ausmachen, konnte der Swace glänzen. Der Kofferraum ist absolut familientauglich und bietet durchdachte Lösungen. Zudem überzeugte vor allem der niedrige Verbrauch im Alltag. Sich keine Gedanken über das Aufladen machen zu müssen und dennoch elektrifiziert unterwegs zu sein, hat mir sehr gefallen. Lange Strecken sind daher kein Problem. Wer also bislang mit einem Diesel geliebäugelt hat, könnte mit dem Hybrid im Suzuki Swace eine geeignete elektrifizierte und alltagstaugliche Alternative finden. Bei den Fahreigenschaften muss man allerdings auf ein kräftiges Drehmoment verzichten. Wer jedoch gerne entspannt unterwegs ist, wird sich über den genügsamen Hybrid freuen. Trotz der komplexen Antriebstechnik ist die Handhabung leicht.

Auch wenn man beim Vollhybriden auf finanzielle Förderungen, wie es sie für Plug-in Hybride gibt, verzichten muss, stimmt das Preis-Leistungsverhältnis. Bei der Auswahl der Serienausstattung hat Suzuki ein sinnvolles Paket geschnürt. Von den Fahrerassistenzsystemen bis hin zu Komfort-Features fehlt es dem Suzuki Swace an nichts.

Video-Empfehlung: Suzuki Swace Hybrid bei Autonotizen

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Daniel Przygoda

Daniel Przygoda aus Dortmund ist im Automobilbereich als Projektingenieur und Journalist tätig. Sein beruflicher Background aus den Bereichen Forschung und Entwicklung bei verschiedenen OEMs sowie Dienstleistern mit fundiertem Fachwissen bringt er mit seiner Leidenschaft für Autos zusammen.

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