ORA jetzt auch als Benziner: Kompakter Lifestyle SUV unter 30.000 Euro mit viel Ausstattung und 7 Jahre Garantie im Test.
Fahrbericht, Ora

GWM Ora 5 Turbo-Benziner – Kompakt-SUV für unter 27.000 Euro im Test

26.990 Euro Einstiegspreis für einen stylischen Kompakt-SUV mit umfangreicher Ausstattung und 7 Jahren Garantie. Ich habe mir den Ora 5 genauer angeschaut: Wo spart GWM beim Turbo-Benziner tatsächlich, und wo nicht?

Ora 5 – Stylischer Kompakt-SUV mit Turbo-Benziner

  • Kompakt-SUV (C-Segment)
  • 1,5-Liter-Turbo-Benziner, 118 kW/160 PS
  • Verbrauch (WLTP, kombiniert): 6,9 l/100 km
  • Preis ab: 26.990 Euro (UVP)
GWM Ora 5 Turbo-Benziner (2026/2027) im Test. Kompakter Lifestyle-SUV unter 30.000 Euro im Fahrbericht.

Der Turbo-Benziner ist der günstigste Einstieg in die neue Ora-5-Familie von GWM – 2.000 Euro billiger als der parallel erhältliche Vollhybrid, den ich bereits ausführlich getestet habe. Für ein Kompakt-SUV mit eigenständigem Retro-Design ist das ein ausgesprochen attraktiver Preis: Ein VW T-Roc startet ebenfalls erst im 30.000-Euro-Bereich, bietet dafür aber weniger Ausstattung ab Werk. Grund genug, sich den Basis-Ora 5 mal in Ruhe anzuschauen.

Technische DatenOra 5 Turbo-Benziner
Motor1,5-Liter-Turbo, 4-Zylinder
Leistung/Drehmoment118 kW (160 PS) / 270 Nm
0–100 km/h9,3 s
Höchstgeschwindigkeit190 km/h
Verbrauch (WLTP)6,9 l/100 km
Getriebe7-Gang-DKG, Frontantrieb
Kofferraum422–1.120 l
Preisab 26.990 Euro

Was bekommt man fürs Geld?

Für 26.990 Euro ist die Ausstattungslinie Premium alles andere als eine Basisversion:

  • 18-Zoll-Leichtmetallräder, LED-Scheinwerfer, 360°-Kamera, Lichtsensor, Regensensor
  • 2-Zonen-Klimaautomatik, elektrisch verstellbarer Fahrersitz, Sitzheizung vorne
  • 10,25-Zoll-Kombiinstrument, 14,6-Zoll-Touchscreen, Online-Navigation, kabelloses Apple CarPlay und Android Auto
  • Über 20 Fahrassistenzsysteme, adaptive Geschwindigkeitsregelanlage mit Stauassistent
  • 7 Jahre Fahrzeuggarantie bis 150.000 Kilometer
Gute Verarbeitungsqualität und weiche Materialien: Der Ora 5 macht einen wertigen Eindruck im Innenraum

Sitzheizung serienmäßig ab Werk ist in dieser Preisklasse keine Selbstverständlichkeit, ebenso wenig die umfangreiche Assistenzausstattung. Wer mehr will, zahlt für die Luxury-Linie 2.500 Euro Aufpreis (29.490 Euro) und bekommt dafür unter anderem Kunstleder-Polster statt Stoff, belüftete Vordersitze, eine elektrische Heckklappe und ein Soundsystem mit 9 statt 6 Lautsprechern. Der hier gezeigte Testwagen war in dieser höheren Luxury-Linie unterwegs. Die aufpreispflichtige Lackierung in Sea Blue (+750 Euro) zusammen mit dunkelgrauem Kunstleder-Interieur lässt den Ora zudem recht sportlich wirken. Wer es lieber klassischer mag, bekommt bei der Luxury-Variante helles Kunstleder.

2.000 Euro Aktionsrabatt zur Markteinführung

Zum Verkaufsstart bietet GWM für den Ora 5 einen Aktionsrabatt an. Damit reduziert sich der Listenpreis um weitere 2.000 Euro. Der Turbo-Benziner in der Ausstattungslinie Premium startet aktuell also faktisch bei 24.990 Euro. Der Aktionsrabatt gilt bis zum 30.09.2026.

Design

Optisch glänzt der Ora 5 mit einem eigenständigen Design mit Wiedererkennungswert. Während die meisten aktuellen SUV auf schmale, durchgezogene Lichtleisten setzen, schaut der Ora 5 mit seinen runden Scheinwerfern fast schon lieb drein. Man erkennt Anleihen an Porsche, den VW Käfer und den Mini, dazu die Verwandtschaft zum 2022 vorgestellten Ora 03 (damals noch als „Funky Cat“ bekannt), von dem die rundlichen Formen übernommen wurden. Besonders markant ist das Heck mit den hoch in die Heckscheibe integrierten Rückleuchten – ein eigenständiges Design, das definitiv Geschmackssache ist.

18-Zoll-Leichtmetallräder und LED-Scheinwerfer sind bereits in der getesteten Einstiegsversion Premium mit an Bord. Bei den Lackierungen stehen aufpreisfrei Weiß, sowie sechs weitere aufpreispflichtige Farben (+750 Euro), darunter das hier gezeigte Sea Blue zur Wahl.

Aerodynamisch optimierte Leichtmetallräder in 18 Zoll serienmäßig.

Innenraum und Cockpit

Im Testwagen mit dunklem Kunstleder-Interieur wirkt der Innenraum hochwertig und im Alltag unempfindlicher als hellere Farbkombinationen. Bei der Basisversion Premium gibt es stattdessen Stoffpolster.

Fahrerperspektive (POV) beim GWM Ora 5 Luxury mit dunklem Kunstleder-Interieur.

Der 14,6-Zoll-Touchscreen gehört immer zum Serienumfang und macht in der Bedienung einen richtig guten Eindruck: gute Reaktionszeit, logische Menüstruktur, dazu eine feststehende Zugriffsleiste am unteren Bildschirmrand für Funktionen, wie Klima, Sitzheizung und Co. Einziger Wermutstropfen: bei der Nutzung von Android Auto oder Apple CarPlay verschwindet die Zugriffsleiste leider.

Kofferraumvolumen 422 bis 1120 Liter und ebener Ladeboden im Ora 5 Turbo-Benziner.

Kofferraum

Der Turbo-Benziner bietet im Vergleich zum Hybrid, der die Batterie unterbringen muss, mit 422 Litern rund 32 Liter mehr Kofferraumvolumen. Die Rücksitzlehnen lassen sich geteilt im Verhältnis 60:40 umlegen. Komplett umgelegt, erweitert sich das Gepäckraumvolumen auf bis zu 1.120 Liter. Der Gepäckraumboden lässt sich variabel verschieben, so dass eine ebene Ladefläche entsteht. Der Raum darunter ist großzügig bemessen und eignet sich gut zum Verstauen.

Fahreindruck

Der Motor arbeitet leise und ist gut vom Innenraum entkoppelt, akustisch macht der Ora 5 hier einiges richtig. Der Turbo-Benziner selbst ist sehr drehmomentstark, nur die Getriebeabstimmung beim Anfahren und bei niedrigem Tempo ist noch nicht ganz rund: Der Ora 5 schaltet die Gänge dort etwas nervös durch, darauf muss man sich als Fahrer erst einstellen. Lenkung und Fahrwerk sind dagegen top abgestimmt – direkt, aber komfortabel, und identisch mit dem Hybrid.

Bei der ersten Testfahrt konnte ich keinen aussagekräftigen Praxisverbrauch ermitteln. Bezogen auf die Herstellerangaben und den Durchschnittsverbrauch von 6,9 Litern auf 100 Kilometern (WLTP) liegt der Ora 5 mit dem Turbo-Benziner aber im oberen Bereich.

Rundes Heck beim GWM Ora 5 mit eigenständigem Design. Die Lackierung "Sea Blue" kostet 750 Euro Aufpreis.

Und der Hybrid?

Für 2.000 Euro Aufpreis gibt es den Ora 5 auch als Vollhybrid: 164 statt 118 kW Systemleistung, 5,1 statt 6,9 l/100 km WLTP-Verbrauch und ein spürbar harmonischerer Antrieb ohne die nervösen Gangwechsel des Benziners bei niedrigem Tempo. Alle Details, den ausführlichen Fahreindruck und komplette Infos zu den Preisen gibt’s in meinem Ora 5 Hybrid Test.

Welcher Antrieb lohnt sich für wen?

Wer viel Kurzstrecke fährt oder aufs letzte Quäntchen Fahrkomfort beim Anfahren Wert legt, sollte sich den Aufpreis zum Hybrid ernsthaft überlegen. Wer dagegen aufs Geld schaut oder viel Anhängelast braucht (1.200 statt nur 750 Kilogramm gebremst), ist mit dem Benziner gut bedient. Rein über den Verbrauch muss man rund 48.000 Kilometer fahren, damit sich der 2.000 Euro höhere Kaufpreis des Hybrid gegenüber dem Benziner amortisiert. Je nach Jahresfahrleistung ist das aber auch ein überschaubarer Zeitraum. Der Hybrid ist für mich trotzdem die interessantere Variante, denn neben dem niedrigeren Verbrauch gibt es 63 PS mehr Leistung und den deutlich harmonischeren Antrieb.

GWM ORA 5 (2026) im Test. Modellbezeichnung auf dem Sea-Blue lackierten Heckdeckel.

Kaufempfehlung

Für 26.990 Euro bekommt man beim Ora 5 Turbo-Benziner ein auffälliges, gut ausgestattetes Kompakt-SUV mit sieben Jahren Garantie – ein Preis, den man in dieser Ausstattungstiefe sonst kaum findet. Der etwas ruppige Antritt bei niedrigem Tempo ist der einzige spürbare Kompromiss gegenüber dem 2.000 Euro teureren Hybrid. Wer knapp kalkulieren muss oder eine höhere Anhängelast braucht, macht mit dem Benziner nichts falsch. Alle anderen sollten sich den kleinen Aufpreis zum Hybrid gut überlegen. Mehr dazu in meinem ausführlichen Hybrid-Test.

GWM ORA 5 - Kompakt-SUV mit Benzinmotor unter 30.000 Euro im Test: Erfahrungen von Daniel Przygoda mit Kaufberatung.

Daniel Przygoda

Daniel Przygoda ist Automobil-Journalist aus Dortmund und Gründer von 3ve-Blog.de. Was ihn von vielen anderen Autojournalisten unterscheidet: Er kennt die Automobilindustrie nicht nur von Presseterminen und Testfahrten, sondern aus eigener beruflicher Erfahrung.

Seine Karriere in der Automobilbranche begann 2001 im Opel-Werk Bochum. Seitdem hat er mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrung in unterschiedlichen Bereichen der Automobilindustrie gesammelt – unter anderem in Forschung und Marktanalyse in einer langjährigen Zusammenarbeit mit dem renommierten Automobilexperten Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer sowie in der Fahrzeugentwicklung, Systemintegration und Industrialisierung bei verschiedenen OEMs und Tier-1-Zulieferern, darunter Mercedes-Benz. Als Ingenieur verfügt er über fundierte Kenntnisse der technischen, wirtschaftlichen und strategischen Zusammenhänge moderner Fahrzeugentwicklung.

Parallel dazu berichtet er seit 2015 journalistisch über die Automobilbranche. Auf 3ve-Blog.de hat er mehr als 300 Beiträge veröffentlicht und produziert regelmäßig Kurzvideoformate für Social-Media-Plattformen. In dieser Zeit hat er über 700 Fahrzeuge unterschiedlichster Hersteller getestet – vom Kleinwagen und Elektroauto über Performance-SUVs bis hin zu klassischen Verbrennern und Sportwagen.

Neben seiner journalistischen Tätigkeit bringt Daniel Przygoda seine Erfahrung auch in Wettbewerbsanalysen und Vergleichsfahrten der Automobilindustrie ein. Dabei bewertet er Fahrzeuge aus Kundenperspektive und liefert Einschätzungen zu Produkteigenschaften, Fahrzeugkonzepten und Nutzererwartungen.

Auf 3ve-Blog.de erklärt er, was ein Fahrzeug im Alltag wirklich leistet – technisch fundiert, praxisnah und als unabhängige Entscheidungshilfe für Fahrberichte, Fahrzeugtests und Kaufberatungen.

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