1.156 PS, drei Elektromotoren, Hinterachslenkung und eine Ladezeit von nur neun Minuten: Mit dem Z9GT bringt Denza sein erstes Modell nach Europa und setzt damit ein Ausrufezeichen. Der elektrische Shooting Brake soll mit Luxus, Leistung und einzigartigen Technologien überzeugen. Kann der Z9GT den etablierten deutschen Herstellern tatsächlich Konkurrenz machen?

Überblick und Wettbewerber
Mit dem Z9GT bringt Denza sein erstes Modell nach Europa. Hinter der Marke steht BYD, einer der weltweit größten Hersteller von Elektro- und Plug-in-Hybridfahrzeugen. Während BYD vorwiegend im Volumensegment tätig ist, soll DENZA im Premiumbereich gegen etablierte Marken antreten.
Dafür setzt Denza nicht auf den nächsten SUV, sondern auf einen rund 5,18 Meter langen Shooting Brake. Der Z9GT verbindet die flache Silhouette eines Gran Turismo mit dem Platzangebot eines Kombis. Zur Wahl stehen ein vollelektrischer Z9GT EV und ein Z9GT DM mit Plug-in-Hybridantrieb. Beide Varianten nutzen die e³-Plattform mit drei Elektromotoren, unabhängig gelenkten Hinterrädern, Luftfederung und einer in die Fahrzeugstruktur integrierten Batterie.
Zu den Wettbewerbern des Z9GT zählen vor allem der Porsche Taycan Sport Turismo, der Porsche Panamera Sport Turismo und der Mercedes-AMG GT 63 S E Performance. Während der Taycan dem Z9GT als elektrischer Shooting Brake besonders nahekommt, spielen Panamera und AMG GT vor allem bei Leistung, Komfort und Premium-Anspruch in einer ähnlichen Liga.
Auch bei der Leistung hält sich Denza nicht zurück. Der Z9GT EV kommt auf 850 kW bzw. 1.156 PS, der Z9GT DM auf 570 kW bzw. 776 PS. Der Z9GT EV ist aktuell für 142.000 Euro in Deutschland erhältlich und spielt damit preislich klar in der Oberklasse.
Technisch hat der Z9GT ebenfalls einige Besonderheiten zu bieten. Dazu gehören das schnelle FLASH Charging und die spezielle Hinterachslenkung. Dabei verfügt jedes Hinterrad über einen eigenen elektrischen Lenkmotor. Dadurch lassen sich die Hinterräder unabhängig voneinander und von den Vorderrädern lenken. Das hilft beim Rangieren und ermöglicht unter anderem den sogenannten Crab Walk, bei dem sich das Fahrzeug diagonal beziehungsweise seitlich versetzen kann. Ob man diese Funktion im Alltag wirklich braucht, ist eine andere Frage. Interessant ist die Technik trotzdem.
Außendesign

Beim Exterieur setzt Denza auf eine klassische Shooting-Brake-Silhouette mit flacher Dachlinie und langen Proportionen. Verantwortlich für das Design ist Wolfgang Egger, der bereits für Marken wie Alfa Romeo, Audi und Lamborghini gearbeitet hat.
Die Front wirkt bewusst aufgeräumt. Schmale LED-Scheinwerfer, fließende Linien und aktive Luftklappen prägen das Design und sollen gleichzeitig die Aerodynamik verbessern. In der Seitenansicht fallen die ausgeprägten Schultern, die großen Räder und die gestreckte Dachlinie auf. Sie verleihen dem rund 5,18 Meter langen Z9 GT eine dynamische Erscheinung.
Am Heck setzt Denza auf schmale Rückleuchten mit einer von einer Sanduhr inspirierten Lichtgrafik. Ein feststehender Dachspoiler und ein ausfahrbarer Heckspoiler, der je nach Fahrsituation die Aerodynamik unterstützt, ergänzen das Design. Insgesamt wirkt der Z9GT weniger wie ein klassischer Kombi und mehr wie ein Gran Turismo mit viel Platz im Innenraum.

Am Heck überzeugt der Denza mit schmalen Rückleuchten, deren Lichtgrafik von einer Sanduhr inspiriert ist. Ein feststehender Dachspoiler und ein ausfahrbarer Heckspoiler, der die Aerodynamik je nach Fahrsituation unterstützt, ergänzen das Design. Insgesamt wirkt der Z9GT weniger wie ein klassischer Kombi und mehr wie ein Gran Turismo, der viel Platz im Innenraum bietet.
Innenraum
Im Innenraum setzt der Z9GT auf eine Mischung aus viel Platz, hochwertigen Materialien und jeder Menge Technik. Dank der Cell-to-Body-Bauweise ist die Batterie direkt in die Fahrzeugstruktur integriert. Dadurch entsteht ein flacher Innenraumboden, der das großzügige Platzangebot zusätzlich unterstützt. Leder, Holz und eine mehrfarbige Ambientebeleuchtung schaffen eine entsprechend hochwertige Atmosphäre.
Hinzu kommen ein Panorama-Glasdach und ein integriertes Kühlfach, das Getränke und andere Inhalte auf bis zu minus sechs Grad herunterkühlen kann.

Cockpit
Das Cockpit ist sehr digital gestaltet. Zentral sitzt ein 17,3 Zoll großer Touchscreen, der frei vor dem Armaturenbrett zu schweben scheint. Dahinter befindet sich ein 13,2 Zoll großes Display für die Fahrerinformationen. Der Beifahrer verfügt über einen eigenen 13,2-Zoll-Bildschirm.
Hinzu kommt ein ungewöhnlich großes 50-Zoll-Head-up-Display mit Augmented-Reality-Funktionen. Optional sind zudem digitale Außenspiegel erhältlich, deren Kamerabilder auf Bildschirmen in den Türen dargestellt werden.

Infotainment
Für die Navigation und Sprachsteuerung ist Google integriert. Außerdem gibt es einen KI-Assistenten, der unter anderem Fragen zu Fahrzeugfunktionen beantworten kann. Ein Devialet-System mit 20 Lautsprechern und 1.150 Watt sorgt für den guten Ton. Dolby Atmos sorgt dabei für einen räumlicheren Klang.
Sitze
Die Vordersitze verdeutlichen, dass Denza den Z9GT nicht nur als schnellen, sondern auch als komfortablen Grand Tourer positioniert. Beide Sitze lassen sich elektrisch in acht Richtungen verstellen und verfügen über Heizung, Belüftung sowie eine Zehn-Punkt-Massagefunktion. Der Fahrersitz verfügt zudem über aktive Seitenwangen, die in Kurven für zusätzlichen Halt sorgen.
Auch im Heckbereich soll es eher nach Oberklasse als nach einem klassischen Kombi aussehen. Die extrabreiten Rücksitze bieten ebenfalls Heizung, Belüftung und Massagefunktion. Dazu kommen verlängerte Beinauflagen. Mit einem Radstand von 3,12 Metern bietet der Z9GT zudem reichlich Platz zwischen Vorder- und Hinterachse.

Kofferraum
Beim Gepäckraum bleibt der Z9 GT seinem Shooting-Brake-Konzept treu. Der Elektro-SUV bietet hinter der Rückbank 495 Liter Stauraum, bei umgeklappten Sitzen sind es bis zu 1.680 Liter. Praktisch: Unter der Fronthaube befindet sich zusätzlich ein 53 Liter großer Frunk. Beim DM fällt der Kofferraum mit 478 bis 1.663 Litern etwas kleiner aus.
Technische Daten
Der Z9GT EV verfügt über drei Elektromotoren, die zusammen eine Systemleistung von 850 kW (1.156 PS) erreichen. Davon entfallen 230 kW auf den Motor an der Vorderachse und jeweils 310 kW auf die beiden hinteren Motoren. Das maximale Systemdrehmoment liegt bei 1.210 Nm. Damit beschleunigt der Z9GT in 2,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h, seine Höchstgeschwindigkeit liegt bei 270 km/h.
Der Z9GT DM ist etwas anders aufgestellt. Hier arbeiten ebenfalls drei Elektromotoren, zusätzlich kommt aber ein 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner zum Einsatz. Zusammen bringen die Antriebe 570 kW (776 PS) und 1.035 Nm auf die Straße. Für den Sprint auf 100 km/h benötigt der Plug-in-Hybrid 3,6 Sekunden, bei 260 km/h ist Schluss.
Der Z9GT EV verwendet die zweite Generation der BYD Blade Battery mit einer Kapazität von 122,49 kWh. Damit sind laut WLTP bis zu 600 Kilometer möglich. Der Z9GT DM besitzt eine 63,82 kWh große Batterie und schafft damit 203 Kilometer rein elektrisch. Mit voller Batterie und vollem Tank soll die Gesamtreichweite des Plug-in-Hybriden bei bis zu 805 Kilometern liegen.
Interessant ist auch die Plattform darunter. Die Batterie ist beim Z9GT in die Fahrzeugstruktur integriert. Hinzu kommen drei unabhängig voneinander arbeitende Elektromotoren, eine elektrische Hinterachslenkung und das DiSus-A-Luftfahrwerk mit zwei Kammern. Gerade die Hinterachslenkung dürfte bei einem fast 5,2 Meter langen Auto im Alltag einen Unterschied machen.
Der minimale Wendekreisradius beträgt 5,35 Meter. Damit fällt der tatsächliche Wendekreis für ein Fahrzeug dieser Größe überraschend klein aus.

Ladezeiten
Der größte technische Unterschied zu vielen anderen Elektroautos zeigt sich beim Laden. Der Z9GT nutzt FLASH Charging, das mit entsprechender Ladeinfrastruktur Leistungen von bis zu 1.500 kW ermöglicht. Unter den entsprechenden Bedingungen sollen beim EV und beim DM 10 bis 70 Prozent in fünf Minuten und 10 bis 97 Prozent in neun Minuten möglich sein.
Auch bei niedrigen Temperaturen soll sich die Ladezeit nur geringfügig verlängern. Bei bis zu -30 °C nennt Denza beispielsweise zwölf Minuten für den Ladevorgang von 20 auf 97 Prozent. Wichtig: Die genannten Spitzenwerte sind an die entsprechende FLASH-Charging-Infrastruktur gebunden und nicht mit der maximalen Ladeleistung an einer gewöhnlichen Schnellladestation gleichzusetzen. An einer herkömmlichen AC-Ladestation liegt die maximale Ladeleistung bei 11 kW.
Preise und Ausstattung
Mit seinem Preis liegt der Z9GT klar im Premiumsegment. Die vollelektrische Version kostet aktuell 142.000 Euro. Damit liegt er deutlich über dem zur Markteinführung in Europa ursprünglich genannten Einstiegspreis von 115.000 Euro.
Dafür ist die Ausstattung von Beginn an sehr umfangreich. Er ist unter anderem mit einem DiSus-A-Luftfahrwerk, Carbon-Keramik-Bremsen, einem Panorama-Glasdach sowie komfortablen Sitzen mit Heizung, Belüftung und Massagefunktion ausgestattet. Auch beim Infotainment wurde nicht gespart: Neben dem 17,3-Zoll-Zentraldisplay gibt es zwei weitere 13,2-Zoll-Bildschirme und ein 50-Zoll-Head-up-Display. Für den Klang sorgt ein Devialet-System mit 20 Lautsprechern und 1.150 Watt.
Viele der technischen und komfortorientierten Extras sind damit bereits an Bord. Eine klassische Aufteilung in zahlreiche Ausstattungspakete gibt es zunächst nicht. Die digitalen Außenspiegel, die die herkömmlichen Außenspiegel durch Kameras und Displays im Innenraum ersetzen, sind optional erhältlich.
Zum Marktstart gehört außerdem kostenloses FLASH Charging dazu. Ein Jahr ist serienmäßig vorgesehen. Wer bis Ende September 2026 bestellt, erhält insgesamt 18 Monate FLASH Charging kostenlos.
Kaufempfehlung
Bei der Wahl des Z9GT würde ich vor allem das eigene Fahrprofil berücksichtigen. Der EV ist die passendere Variante, wenn man möglichst viel elektrisch fahren möchte. Mit einer WLTP-Reichweite von 600 Kilometern und 1.156 PS bringt er reichlich Reserven mit. Aktuell werden dafür allerdings 142.000 Euro fällig.
Wer häufiger lange Strecken fährt, dürfte mit dem Z9GT DM entspannter unterwegs sein. Seine elektrische Reichweite von 203 Kilometern deckt viele Alltagsfahrten ab und auf längeren Strecken übernimmt der 2,0-Liter-Benziner. Insgesamt sind laut Denza bis zu 805 Kilometer möglich und mit 776 PS ist auch beim Hybrid mehr als genug Leistung vorhanden.
Bei der Ausstattung muss man dagegen kaum lange überlegen. Der Z9GT bringt bereits viel mit: Dazu gehören ein Luftfahrwerk, Carbon-Keramik-Bremsen, ein Panorama-Glasdach sowie beheizte, belüftete und massierende Sitze. Auch beim Infotainment und Soundsystem fährt Denza groß auf.
Stärken und Schwächen
Vorteile
- Sehr hohe Leistung mit bis zu 1.156 PS
- Bis zu 600 Kilometer elektrische Reichweite beim Z9 GT EV
- Plug-in-Hybrid mit bis zu 805 Kilometern Gesamtreichweite
- Extrem kurze Ladezeiten mit FLASH Charging
- Hinterachslenkung sorgt trotz 5,2 Metern Länge für einen kleinen Wenderadius
- Großzügiger und hochwertig ausgestatteter Innenraum
- Komfortsitze mit Heizung, Belüftung und Massagefunktion vorne und hinten
- Großer Kofferraum mit bis zu 1.680 Litern beim EV
- Anhängelast von bis zu 2.000 Kilogramm
Nachteile
- Hoher Einstiegspreis von aktuell 142.000 Euro für den EV
- Fast 5,2 Meter Länge können im Stadtverkehr und beim Parken trotz Hinterachslenkung unpraktisch sein
- Die angegebenen Ladezeiten sind an die entsprechende FLASH-Charging-Infrastruktur gebunden
- Maximale AC-Ladeleistung von 11 kW fällt im Vergleich zum schnellen DC-Laden deutlich geringer aus
- Denza ist als Marke in Europa noch neu und muss sich zunächst etablieren
- Die enorme Leistung dürfte im Alltag für die meisten Fahrer kaum eine Rolle spielen
Fazit
Der Denza Z9GT ist vor allem eines nicht: ein gewöhnlicher Kombi. Mit seiner Shooting-Brake-Form, bis zu 1.156 PS und jeder Menge Technik geht Denza seinen eigenen Weg. Hinzu kommen Hinterachslenkung, Luftfahrwerk und ein Innenraum, der eher an eine Luxuslimousine erinnert.
Auch bei den Antrieben gibt es eine große Auswahl. Der EV erreicht eine Reichweite von bis zu 600 Kilometern, der DM kommt auf eine Gesamtreichweite von bis zu 805 Kilometern. Hinzu kommen Features wie FLASH Charging und Crab Walk. Dank der speziellen Hinterachslenkung kann sich das Fahrzeug dabei um bis zu 8,5 Grad diagonal bewegen. Ob man so etwas im Alltag wirklich braucht, sei dahingestellt, aber interessant ist es allemal.
Unterm Strich ist der Denza Z9GT technisch spannend, komfortabel und ziemlich eigenständig. Der Haken ist der Preis. Mit aktuell 142.000 Euro für das Elektroauto ist er alles andere als ein Schnäppchen. Wer Lust auf ungewöhnliche Technik hat und das nötige Budget mitbringt, erhält ein Auto, das sich deutlich von der Masse abhebt.
Kann er Porsche und Mercedes tatsächlich Konkurrenz machen? Technisch und bei der Ausstattung muss sich der Z9GT jedenfalls nicht verstecken. Ob Käufer aber genauso viel Vertrauen in die noch junge Marke Denza setzen wie in Porsche oder Mercedes, bleibt abzuwarten.


